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Huskys im Meer {Bilder der Wissenschaftsgeschichte}

Manchmal blättert man nichts Böses ahnend durch ein Buch und plötzlich trifft einen ein Bild ganz besonders und lässt einen nicht mehr los. Kennt ihr das?

Solch ein Erlebnis hatte ich, als ich das Buch „Was passiert mit unserem Klima?“ das erste Mal durchblätterte… Das Bild zeigt Huskys, die offenbar an Hundeschlitten angespannt sind und durch Grönland laufen. An sich nichts besonderes, bis man auf die Pfoten schaut: Die Hunde laufen durch Wasser, nicht über Schnee! Mein erster Gedanke war: „Was für eine gute Photomontage! Sehr gut geeignet, um zu zeigen, was uns bevor steht und dass dort, wo noch Schnee ist, bald nur noch Wasser sein wird!“, und dann las ich die Bildbeschreibung und ich realisierte, dass das Bild eben nicht das Ergebnis von Photoshop, sondern eine echte Fotografie ist!

Credit: Steffen M. Olsen (DMI)

Das Bild ging schon vor rund 1,5 Jahren viral durchs Internet und ich weiß nicht wirklich, warum es zu dem Zeitpunkt an mir vorbei gegangen ist. Ich glaube, gerade weil ich es erst für eine Montage hielt, hat es mich danach umso mehr betroffen gemacht und ich wollte es unbedingt noch einmal hier zeigen und etwas zu den Hintergründen schreiben!

Aufgenommen wurde das Bild am Nachmittag des 13. Juni 2019 von Steffen M. Olsen auf der Inglefield Bredning, einem Fjord in Grönland in der Nähe der Stadt Qaanaaq. Anschließend wurde es bei Twitter von seinem Kollegen Rasmus Tonboe geteilt und erregte schnell Aufmerksamkeit. Steffen M. Olsen hat dort auch mehrfach geschrieben, dass es gerne jeder in relevantem Kontext teilen darf. Auf seinem eigenen Twitter-Account veröffentlichte Olsen außerdem noch ein Video von der Szene, das noch einmal eindrücklicher ist, als das Foto – KLICK.
Olsen, ein paar Kollegen und Einheimische wollten an diesem Tag wissenschaftliches Equipment einsammeln, womit sie den Winter über das Eis untersucht hatten. Das Wasser ist Oberflächeneis auf dem Fjord, was geschmolzen ist und nicht abfließen kann. Das Eis ist unter dem Wasser noch 1,2 m dick und darunter folgen 870 m Wasser. Dass das Meerwasser an dieser Stelle im Sommer schmilzt, ist normal, in diesem Sommer schmolz es allerdings deutlich früher und schneller, weswegen die Wissenschaftler vom Dänischen Meteorologischen Institut von diesem Phänomen ebenfalls überrascht wurden. An diesem Tag herrschten 17 °C in Qaanaaq, was 22 °C über dem Durchschnittswert liegt.

Screenshot aus dem Video der gleichen Szene vom Twitterprofil (Link ist oben im Text) // Credit: Steffen M. Olsen (DMI)

Wie sieht es bei euch aus: Kanntet ihr das Bild und seine Geschichte bereits? Was denkt ihr, wenn ihr es anschaut?
Ich habe überlegt, ob ich daraus eine Reihe mache, in der ich spannende, wissenschaftliche Bilder zeige und ihre Geschichte erzähle! Interesse? Habt ihr ein Bild im Kopf, über das ich unbedingt schreiben soll? Dann schreibt es mir in die Kommentare!

Ich denke mir schon seit einiger Zeit, dass die Pandemie ein Kinderspiel ist, im Vergleich zu dem, was uns noch wegen des Klimawandels bevorsteht. Das Problem daran ist vor allem, dass ein Virus schon recht abstrakt, aber irgendwie doch konkret ist. Die Veränderungen des Klimawandels sind allerdings noch abstrakter und für viele bis jetzt noch nicht so richtig greif- oder erlebbar. Wenn wir es schon nicht gut schaffen, mit dem Virus zurecht zu kommen und ja, das schließt auch Einschränkungen ein, wie sollen wir es dann schaffen, den menschgemachten Klimawandel in den Griff zu bekommen?

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Quellen & weitere Informationen:
Original Twitterpost von Rasmus Tonboe
Meine Rezension zu dem Buch „Was passiert mit unserem Klima?“ findet ihr HIER, bestellen könnt ihr das Buch beispielsweise HIER.

Ein Gedanke zu „Huskys im Meer {Bilder der Wissenschaftsgeschichte}“

  1. Liebe Becky,

    dieses Bild steht wirklich für die Zeit, in der wir uns befinden. Ich finde es auch so wichtig, dass wir unsere Umwelt schützen, nicht mehr Ressourcen verbrauchen, als wir haben und dennoch möchte man seinen Alltag nicht zu sehr einschränken. Aus Bequemlichkeit? Weil sonst auch nicht viele etwas dagegen machen? Es gibt sicher viele Gründe, nichts zu verändern. Aber ich denke, dass auch bereits die kleinen Schritte im Alltag einen Unterschied machen – zumindest, wenn sie den Anfang einer Änderung anzeigen…

    Liebe Grüße
    Mia

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