Allgemein, Rezensionen

Was wir im März gelesen haben… {Rezensionen}

Hier geht es um Wissenschaft und heute um schöne und lesenswerte Bücher, aber seien wir ehrlich: Seit Ende Februar habe ich persönlich keine wirkliche Ruhe, einigermaßen entspannt ein nettes Buch zu lesen… Trotzdem habe ich hier noch einige tolle Neuerscheinungen liegen, die ich euch auch gerne vorstellen möchte und ich hoffe einfach mal, dass ihr lesen könnt und wollt, wenn vielleicht auch nur, um ein wenig Ablenkung vom Weltgeschehen zu bekommen…

Penrose präsentiert euch die heutige CD- und Buchauswahl

Dies ist das Cover vom zugehörigen Buch, das Hörbuch sieht aber quasi genauso aus…

Wir beginnen mit zwei Hörbüchern, die insofern schon von der Sache an sich spannend sind, weil es eines für Kinder und eines für Erwachsene gibt! Beide orientieren sich am Buch „Eine kurze Geschichte von fast Allem“ von Bill Bryson.
Bryson ist für mich eigentlich in erster Linie ein Reiseautor und ich lese seine Bücher schon seit 20 Jahren. Es gibt aber auch ein paar Werke von ihm, die eher in eine Sachbuchrichtung gehen und ich freute mich sehr, dass wir diese beiden nun Probe hören durften. Besonders an Brysons Schreibstil finde ich, wie er es schafft, jede Menge gut recherchierte Informationen so locker und teils selbstironisch zu verpacken, dass man im ersten Moment gar nicht merkt, wie viel man gerade gelernt hat.


Das Buch zur Erwachsenenausgabe erschien bereits 2005 und an einigen Stellen im Hörbuch merkt man, dass sich in den 17 Jahren seitdem noch einiges getan hat, insofern sind nicht mehr alle Fakten ganz aktuell. Gelesen wird das Buch hier ungekürzt von Oliver Rohrbeck, der für mich zu Brysons deutscher Stimme geworden ist, weil er schon ein anderes Buch von ihm eingelesen hat und es Rohrbeck toll gelingt, die Stimmung des Buches einzufangen.
Die Kinderausgabe ist ebenfalls toll eingelesen von Ralph Caspers und zusätzlich leicht inszeniert. Diese Version ist deutlich neuer und auch überarbeitet worden. Den beiden CDs liegt ein tolles Booklet bei, was schöne Graphiken enthält und die Kapitel noch einmal kurz zusammenfasst.
Unser Fazit: Um Zwischendurch mal auf andere Gedanken zu kommen und unterhaltsam etwas über das Universum, die Erdgeschichte, Dinosaurier, die Entwicklung der Menschen und einiges mehr zu erfahren, sind beide Hörbücher sehr empfehlenswert! Spannend ist auch der direkte Vergleich der beiden Versionen, weil sie über weite Teile die gleichen Themen behandeln, aber eben vom Stil etwas angepasst wurden an das anvisierte Alter.

Das nächste Buch nimmt uns ebenfalls an die Hand und führt uns durch die Wissenschaftsgeschichte. Richard von Schirach stellt in seinem Buch „Der Mann, der die Erde wog“ Menschen vor, die durch die Arbeit und wissenschaftliche Forschung die Welt nachhaltig verändert haben. Dabei ist insbesondere die Auswahl interessant: In 11 Kapiteln lernen die Wissenschaftlerinnen (wenige) und Wissenschaftler kennen und vor allem werfen wir einen Blick in ihre jeweilige Geschichten. Mit dabei sind berühmte und allgemein bekannte Menschen wie Max Planck, oft sind es aber die Geschichten von Menschen, deren Namen viele schon gehört haben, aber bei denen kaum jemand weiß, was sie konkret erforscht haben: Henry Cavendish, Robert Bunsen, Lew Landau und einige weitere. Immer wieder lockern auch Graphiken oder Bilder den Text auf.
Mein Fazit: Ein interessantes, sehr gut recherchiertes Buch mit spannenden Lebensgeschichten. Ich habe selbst noch nicht jede einzelne Geschichte gelesen, wollte euch das Buch aber gerne heute schon vorstellen. Die Sprache des Autors ist eine ganz andere, nicht so lockere, wie die von Bill Bryson, aber ich mag gerade diese unterschiedlichen Stile sehr gern. Besonders gefällt mir am Buch, dass die Geschichten sich nicht nur auf einzelne Menschen fokussieren, sondern man ein Gefühl für das Leben der jeweiligen Epoche und Lokalität bekommt.

Nach einem recht dicken Buch kommen wir zu einem Büchlein, was man quasi mit in der Jackentasche dabei haben kann: Eine sehr kurze Einführung in die Unendlichkeit verspricht Marcus du Sautoy und genau das liefert er auch…
Das Büchlein ist ein super Einstieg für ältere Schüler*innen oder Menschen, sich einfach mal eine grobe Idee davon bekommen möchten, was Mathematiker*innen von Unendlichkeit verstehen. Relativ viel Platz wird im Buch für das Zählen an sich verwendet, was ich zwar auf der einen Seite als notwendige Basis verstehen kann, gleichzeitig bei so wenig Platz schnell zu viel wirkt. Die zweite Hälfte des Buches widmet sich dann fast ausschließlich Hilberts Hotel mit seinen unendlich vielen Zimmern und all dem, was man davon ableiten kann.
Mein Fazit: Kurzweilig und nett, nebenher zu lesen. Als Einführung und Vermittlung ganz grober Ideen eine schöne Sache – und dafür ist es ja gedacht. Wer tiefer in die Konzepte der Unendlichkeit eintauchen möchte, ist hier offensichtlich an der falschen Adresse.

Von den eher theoretischen Bücher kommen wir jetzt zu den praktischen: Rund um Optische Täuschungen geht es im nächsten Buch.
Das Buch ist nicht einfach „nur ein Buch“, sondern enthält einige Pop-ups, bis hin zu drehenden Elementen, wenn man die jeweilige Doppelseite aufschlägt. Seit das Buch hier Anfang des Monats eintraf, nimmt das Forschermädchen es immer wieder zur Hand und blättert darin. Das Buch ist bunt, voller Bilder, Zeichnungen und keine zwei Seiten gleichen sich. Das macht wirklich Spaß! Dazu kommen dann jeweils etwas kleiner gedruckte Erklärungen zu den Illusionen. Das ist schön, weil diese nicht direkt ins Auge fallen und man so erst einmal die Bilder auch sich wirken lassen kann, dann aber auch die Erklärung lesen kann, wenn man bereit ist.

Blick ins Buch // Quelle: Verlagshomepage

Unser Fazit: Super Buch, um immer wieder darin zu blättern, sich überraschen zu lassen und sich von der spannenden Welt der optischen Täuschungen inspirieren zu lassen – und gleichzeitig zu lernen, dass genaues Hingucken wichtig ist!

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen gehen ja auch immer mehr Menschen wie raus in die Natur, setzen sich vielleicht einfach mal ins Gras und bemerken dabei, dass hier ja schon einige kleine Krabbeltiere leben. Wer hier genau rumkrabbelt, fliegt und schwirrt, weiß zum Beispiel Véro Mischitz und praktischerweise gibt es ein tolles, neues Buch von ihr, was uns allen bei der Bestimmung hilft!
„Insektenwelt für Ahnungslose“ ist ähnlich aufgebaut, wie auch schon „Birding für Ahnungslose“, und so beginnt sie im Buch ganz vorne: Warum sollten wir uns eigentlich um Insekten kümmern? Warum sind sie interessant und wichtig? Wie beginne ich, wenn ich Insekten beobachten möchte? Und so weiter… Alle Seiten sind mit Zeichnungen bestückt, oft auch als kleine Comics – das führt auch dazu, dass man noch lieber einfach mal so zwischendurch im Buch blättert. Gerade das Forschermädchen nimmt das Buch immer wieder zur Hand und ist begeistert von den Zeichnungen. Im zweiten Teil des Buches stellt uns dann Véro zahlreiche Insekten vor, gibt kleine Fakten to-go und vor allem wieder viele, viele Zeichnungen.
Unser Fazit: Wir sind bis jetzt keine großen Insektenkennerinnen, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir das Buch dieses Jahr noch öfter mit nach draußen nehmen werden und mit seiner Hilfe einige Krabbeltiere benennen können! Gleichzeitig macht das Buch noch ein direkt darauf aufmerksam, warum Insekten für uns und die Erde unentbehrlich und schützenswert sind!

Als nächstes habe ich ein Buch für euch, was sich in erster Linie an Kinder widmet und sie ans Backen heranführen soll. Warum ich euch das Buch hier und nicht auf meinem Food-Blog vorstelle, sind die zahlreichen Hintergrundinformationen, die im Buch zu finden sind. Hier werden nicht nur Rezepte für leckeres Brot aus aller Welt vorgestellt, sondern eben auch beschrieben, wie die Hefe Teig aufgehen lässt (das hatte ich hier schon mal am Beispiel von Bioche erzählt) oder auch, wie der Weg vom Feld bis zum fertigen Mehl aussieht.

Frischgebackene Bagel

Wie wir es von diesem Verlag gewohnt sind, sind die Informationen sehr angenehm aufbereitet, es gibt viele Bilder und Zeichnungen und die Rezepte haben zahlreiche Schritt-für-Schritt-Bilder, an denen sich Kinder orientieren können. Ausprobiert haben wir schon die Bagel und sie wurden wunderbar weich und fluffig.
Mein Fazit: Ein schönes Buch, was kindgerecht ans Backen heranführt und dabei noch zahlreiche Hintergrundinformationen bereit hält. Wir haben noch einige Rezepte auf der Nachbackliste!

Wir bleiben gleich bei Büchern, die sich an Kinder richten und sie zum Mitmachen und dabei Lernen motivieren sollen. Immer wieder wundern sich Menschen darüber, wenn ich erzähle, dass wir Kunst lieben, wir gehen unheimlich gern in Kunsthallen und das ist sicherlich auch ein Grund, weswegen uns Worpswede gut gefällt. Viele glauben allerdings noch immer, dass sich Mathematik, Naturwissenschaften und Kunst nicht wirklich miteinander vertragen. Als ich also die Vorschau auf das Buch „Mathe verstehen mit Kunst“ sah, war klar, dass wir das dringend testen müssen!
Im Buch hat Karyn Tripp zahlreiche kleine Projekte zusammengesucht, die man mit recht einfachen Mitteln umsetzen kann. Oft braucht man einfach nur ein Blatt Papier und einige Stifte, es gibt Kopiervorlagen und auch die anderen Materialien sind meist sehr alltäglich. Das gefällt uns sehr gut! Es gibt immer eine kleine Einleitung, ein paar Stichpunkte, was das Ganze mit Mathe zu tun hat und dann geht es los. Schritt-für-Schritt-Bilder sollen die Anleitung noch verständlichér machen. An ein paar Stellen hätten wir uns da noch ein bisschen mehr Klarheit gewünscht, weil man nicht genau erkennen konnte, wo nun genau wie geknickt werden sollte oder ähnliches. Auch ein bisschen mehr Ausführlichkeit bei der Ausgangskunst und den Schnittpunkten zur Mathematik wären schön gewesen. Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass man es als Ausgangspunkt für Unterricht toll einsetzen kann.
Unser Fazit: Im Buch findet man tolle Ideen für kleinere Kunstprojekte und diese sind auch alle sehr gut umsetzbar, was ich extrem wichtig finde bei solchen Büchern! Gleichzeitig hätten wir uns an ein paar Stellen eine etwas genauere Beschreibung und vor allem noch mehr zur Mathematik drumherum gewünscht. Insgesamt ein gutes Buch, von dem wir uns allerdings noch ein bisschen mehr versprochen hatten.

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Das Hörbuch „Eine kurze Geschichte von fast Allem – Für junge Hörerinnen und Hörer“ von Bill Bryson, gelesen von Ralph Caspers hat eine Gesamtspielzeit von 2 Std. 20 Min., kostet 9,95 Euro und erschien bei cbj audio. Das Hörbuch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Hörbuch „Eine kurze Geschichte von fast Allem“ von Bill Bryson, gelesen von Oliver Rohrbeck hat eine Gesamtspielzeit von 22 Std. 20 Min., kostet 10,95 Euro und erschien bei der Hörverlag. Das Hörbuch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Buch „Der Mann, der die Erde wog“ von Richard von Schirach umfasst 414 Seiten, kostet Euro und erschien bei C.Bertelsmann. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Buch „Eine sehr kurze Einführung in die Unendlichkeit“ von Marcus du Sautoy umfasst 72 Seiten, kostet 10 Euro und erschien bei C.H.Beck. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Buch „Optische Täuschungen“ von Jemma Westing u.a. umfasst 30 Seiten, kostet 22 Euro und erschien beim DK Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Buch „Insektenwelt für Ahnungslose“ von Véro Mischitz umfasst 128 Seiten, kostet 18 Euro und erschien im Kosmos Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Buch „Heute back ich… Brot!“ von Lizzie Munsey umfasst 64 Seiten, kostet 9,95 Euro und erschien im DK Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Buch „Mathe verstehen mit Kunst“ von Karyn Tripp umfasst 112 Seiten, kostet 9,99 Euro und erschien im Bassermann Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar!

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