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Matthias Maurer und sein Flug ins All

Am 31.10.2021 (oder kurz danach, je nach Wetter) soll es losgehen für Matthias Maurer zur ISS! Gemeinsam mit ihm fliegen die NASA – Astronaut*innen Kayla Barron, Raja Chari und Tom Marshburn. Fliegen wird Maurer mit Crew Dragon von SpaceX aus Florida (USA). Ihm ist es wichtig, dass er nicht nur als deutscher Astronaut, sondern als europäischer Astronaut wahrgenommen wird. Zum einen fliegt er ja für die ESA, zum anderen hat er schon in mehreren Ländern gelebt, spricht einige Sprachen und sieht sich selbst eher als Kosmopolit.

11 Astronauten auf einem Bild, auf dem internationalen Raumfahrtkongress 2018 in Bremen, Maurer ist in der Mitte zu sehen.

Matthias Maurer wird der 12. Deutsche sein, der sich auf den Weg ins Weltall macht, und der 4. auf der ISS. Der gebürtige Saarländer hat am 18. März 1970 Geburtstag und liebt es, zu reisen, lesen, Fremdsprachen zu lernen und sich mit Politik zu beschäftigen. In seiner Freizeit geht er gern wandern oder Radfahren. Studiert hat er Materialwissenschaften und Werkstofftechnik an gleich mehreren Unis – im Saarland, an der University of Leeds, in Nancy und in Barcelona. Insgesamt hat er drei Diplome in Materialtechnik und anderen Ingenieursfächern und einen Master als Wirtschaftsingenieur. Seinen Doktor erhielt er schließlich 2004 an der RWTH Aachen. Auch mehr als 10 Patente für Erfindungen hält er. Wenn man seine Biographie liest, muss man aufpassen, dass einem nicht schwindelig wird, denn neben all dem hat er auch noch eine Weltreise gemacht, während des Studiums in den verschiedensten Ländern gelebt und forschte nach seiner Promotion noch in medizintechnischen Unternehmen.
Trainiert hat Maurer für den Einsatz als Astronaut inzwischen mehrere Jahre! Zuerst beworben hat er sich bei der ESA nämlich schon 2008, damals kam er weit im Auswahlprozess, schaffte es aber schließlich doch nicht in das Team. Ab 2010 arbeitete er dann als Astronauten-Support-Ingenieur und Eurocom bei der ESA. Schließlich, am 20.01.2017, rückte er dann aber doch nach und darf nun endlich zu seinem ersten Flug aufbrechen. Trainiert wurde dazu beispielsweise im Winter in Schweden, wo ein 48 stündiges Überlebenstraining ohne Schlafsack, Verpflegung oder andere Übernachtungsmöglichkeiten durchgeführt wurde. Eine Erfahrung, die ziemlich Kräfte zehrend war. Auch das Unterwassertraining, bei dem jeder Fehler direkt bestraft wird, war ein einschneidendes Erlebnis. Hier wird ganz konkret unter Wasser – um die Schwerelosigkeit zu simulieren – ein Außenbordeinsatz geübt. Dieses Training könnte ihm zugute kommen, wenn er mithelfen wird, einen Roboterarm der ESA zu installieren, der die ISS gerade erreicht hat. Ansonsten sind vor allem einige Experimente geplant, über 35 europäische allein und zahlreiche internationale.

Im August 2017 nahmen Maurer und Samantha Cristoforetti (die nächstes Jahr übrigens zu ihrem zweiten Besuch auf der ISS aufbrechen wird) an einem Überlebenstraining auf See vor China teil. Das war das erste Mal, dass nicht nur Taikonauten daran teilnahmen. // Quelle: ESA–Stephane Corvaja, 2017

Der Name der Mission lautet „Cosmic kiss“, was für die Liebe zum Weltraum, aber auch für die spezielle Verbindung der Weltraumstation zwischen Erde und Kosmos stehen soll. Das mission patch, was es zu jeder neuen Mission gibt, ist inspiriert zum einen von der Himmelsscheibe von Nebra, zum anderen vom Pioneer Emblem und den Voyager Golden Records, die seit 1977 Botschaften von der Erde in den Weltraum tragen. Dadurch soll eine Faszination für den Weltraum abgebildet werden, die sich über viele Jahrhunderte zieht. Eine genauere Beschreibung des Logos gebe ich euch noch einmal an anderer Stelle!

Worauf Maurer sich am meisten freut, hat er in einem Spektrum-Interview (vgl unten) berichtet: Auf der Raumstation anzukommen, die Kollegen zu begrüßen und dann aus der Cupola – der Aussichtskuppel, über die alle Astronauten schwärmen – den Block auf die Erde zu genießen. In 90 Minuten kann man dabei eine komplette Weltreise bewundern.

Ein spannendes Detail seines ISS-Aufenthaltes ist, dass in dieser Zeit gleich fünf Toursiten die ISS besuchen sollen. Alle ebenfalls geflogen mit einer SpaceX-Kapsel. Für diese Zeit wird noch extra geplant, denn 5 Menschen mehr oder weniger auf so engem Raum mit begrenzten Ressourcen, bergen schon Herausforderungen.

Maurer hat in dem bereits Interview erzählt, dass er drei Träume bezüglich des Weltraums habe:
1) Aus der Cupola auf die Erde schauen
2) Einen Außenbordeinsatz
3) Über den Mond spazieren
Zwei davon sollte er sich bald erfüllen können, beim dritten bleibt es spannend!

Wir haben Maurer schon einmal „getroffen“, nicht wirklich persönlich, aber immerhin… Beim internationalen Raumfahrtkongress 2018 in Bremen hat er an einer Podiumsdiskussion teilgenommen, die sehr spannend war.

Übrigens habe ich euch schon vor einer Weile ein kleines Wortgitter – Rätsel zum Downloaden rund um das Thema Astronautentraining zusammengestellt. Ihr findet es HIER. Viel Spaß beim Lösen!

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Quellen & weitere Infos:
Biographie von Matthias Maurer, ESA Homepage
Cosmic Kiss, ESA Homepage
Dann wäre ich jetzt Weltraumschrott!“, Ein Interview für Spektrum der Wissenschaft:

2 Gedanken zu „Matthias Maurer und sein Flug ins All“

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