Physik, Science Baking

Apple Pie à la Newton {Rezept}

Der Apfel ist mit Sicherheit das berühmteste Obst der Wissenschaftsgeschichte und auch wenn die Klassische Mechanik normalerweise nicht so meine Baustelle ist, widmen wir ihr uns heute! Vor allem habe ich euch aber einen leckeren Apple Pie mitgebracht – denn der ist schön herbstlich und ich hatte das Gefühl, es ist dringend mal wieder Zeit für ein neues Rezept!

Was hat Newton mit dem Apfel zu tun?

Tatsächlich ist das – wie so einiges – nicht mehr ganz klar zu beantworten…
Was sicher ist, ist, dass Newton die Geschichte selbst erzählte, denn sie kommt schon in zeitgenössischen Schriften mindestens zwei Mal vor. Zum einen berichtet sein Freund und erster Biograph William Stukeley von einem Besuch bei Newton am 15. April 1726 davon, dass beide im Garten Tee getrunken hätten und Newton ihm berichtete, wie er in einer ähnlichen Situation die Gravitation das erste Mal bemerkt habe. Als eben der berühmte Apfel von einem Baum fiel. Auch in John Conduitts Biographie von 1727 erwähnte dieser, wie Newton ihm vom Apfel berichtet hätte, der ihn zum Nachdenken über die allgemeine Natur der Gravitation inspiriert habe.

Isaac Newton 1689, gemalt von Godfrey Kneller

Einige halten die Apfelgeschichte für eine ausgedachte Anekdote, mit der Newton seinen Kontrahenten Robert Hooke um die Erstentdeckung der Gravitationsbeschreibung bringen wollte. Dieser hatte nämlich 1684 seinen Freunden Edmond Halley und Christopher Wren erzählt, er habe die Gesetze der Planetenbewegung entschlüsselt. Halley war auch mit Newton befreundet und berichtete diesem davon, woraufhin Newton recht verächtlich reagiert haben soll, sagte, er habe die Gesetze schon 1666 entdeckt, als er wegen des Pestausbruchs und der daraus folgenden Schließung Cambridges 1,5 Jahre in Lincolnshire bei seiner Mutter verbrachte. Leider könne er seine Notizen nicht mehr finden… Im gleichen Jahr reichte er bei der Royal Society in London einen Aufsatz mit dem Titel „De motu corporem in gyrum“ („Über die Bewegung von Körpern auf Umlaufbahnen“) ein. In diesem zeigte Newton, wie die von Kepler beschriebenen elliptischen Planetenbahnen um die Sonne mit einer Anziehungskraft der Sonne erklärt werden können. Ausgehend von diesem Aufsatz arbeitete Newton seine drei Bewegungsgesetze und das Gravitationsgesetz aus, die er in seinem berühmtesten Werk „Philosophiae naturalis principia mathematica“ von 1687 veröffentlichte. Die Principia gilt als eines der einflussreichsten Werke der Wissenschaftsgeschichte und als Fundament der klassischen Mechanik.

Brauchen wir die klassische Mechanik überhaupt noch?

Wir wissen seit Einsteins Relativitätstheorie, dass Newtons klassische Mechanik nicht so ganz korrekt die Welt beschreibt. Brauchen wir die klassische Mechanik dann überhaupt noch, wenn wir doch inzwischen seit gut 100 Jahren eine viel bessere Theorie haben?
Ja! Denn Newtons Gleichungen sind deutlich einfacher und für Geschwindigkeiten, die sich signifikant unter der Lichtgeschwindigkeit befinden, liefern beide Theorien sehr ähnliche Ergebnisse. Einsteins Theorie ist viel allgemeiner und in diesem Sinne „besser“. Newtons Theorie ist dafür einfacher und damit für den Alltag leichter anzuwenden.

Mein Rezept für einen einfachen Apple Pie, wie er sicherlich auch Newton geschmeckt hätte, bekommt ihr jetzt!
Die Pie ist extra eher rustikal gehalten, kommt ganz ohne Form aus und ist auch ansonsten ziemlich frei umsetzbar… Was ihr braucht, ist vor allem ein Teig, beliebige Früchte – bei mir selbstverständlich passend zu Newton Äpfel – und das war es dann auch schon… Wenn ihr den Teig lieber etwas dicker mögt, rollt ihn nicht so stark aus, habt ihr gerne mehr Äpfel, dann nehmt mehr! Das Tolle an diesem Rezept ist, dass es sehr variabel und unkompliziert ist!

Zutaten:
Für den Teig:
300 g Mehl
50 g Zucker
1/2 TL Salz
120 g Butter, kühlschrankkalt
Etwas Vanilleextrakt, gemahlene Vanille o.ä.
1 Ei
4-6 EL kaltes Wasser
Für den Belag:
2-3 Äpfel, je nach Größe
pro Apfel etwa 2 EL Zucker (mehr oder weniger nach Geschmack)
1 TL Zimt, wenn ihr möchtet
Evtl zum Bestreichen noch ein Eigelb
Zubereitung:

  • Zuerst stellen wir einen einfachen Mürbeteig her: Gebt das Mehl, den Zucker und das Salz in eine Rührschüssel und verrührt es einmal. Anschließend gebt ihr die Butter in Stückchen dazu und verbindet sie mit der trockenen Mischung. Am besten geht das so, dass ihr zuerst mit einem Messer die Butter im Mehl immer wieder schneidet. So wärmt sich die Butter nicht auf. Am Ende mit den Fingern die restlichen Stücke verreiben. Es sollte eine leicht sandige Konsistenz entstehen.
  • Nun die Vanille und das Ei dazu geben und zügig vermischen. Nicht zu sehr kneten – am besten geht auch das mit einer Gabel oder einem Löffel. Nach und nach etwas Wasser dazu geben, bis der Teig zusammenhält. Nicht zu lange rühren, sonst wird der Teig leicht zäh.
  • Formt den Teig zu einer Diskusform, schlagt ihn in Backpapier ein und kühlt ihn für mindestens 30 Minuten (bis zu 5 Tagen im Kühlschrank).
  • In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten:
    Dafür wascht ihr die Äpfel, schält sie, wenn ihr möchtet, entkernt sie und teilt sie in Viertel. Anschließend schneidet ihr Stücke nach Wünsch – ich habe die Viertel quer in Scheiben geschnitten, um eher kleinere Stücke zu bekommen. Mischt die Apfelstücke in einer Schüssel mit etwas Zucker (je nachdem, wie süß oder sauer die Äpfel sind) und dem Zimt.
  • Den Backofen auf 200 °C vorheizen und ein Backblech bereit stellen.
  • Den Teig aus dem Kühlschrank holen und ausrollen, bis der Teigkreis etwa einen Durchmesser von 30 cm hat. Es kommt hier wirklich nicht auf ein paar Zentimeter mehr oder weniger an.
  • Verteilt die Äpfelstücke in der Mitte und lasst einen Rand von ein paar Zentimetern frei. Diesen klappt ihr nun über den Rand, sodass einige Äpfel darunter sind, in der Mitte aber auch noch einige frei sind. Mit etwas Ei bestreichen und im vorgeheizten Backofen etwa 20 – 30 Minuten auf mittlerer Schiene backen, bis der Teig goldbraun ist.
  • Etwas abkühlen lassen und dann genießen. Etwas Vanilleeis oder -sauce passt wunderbar dazu!

Guten Appetit!

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Ihr habt dieses oder eines meiner anderen Rezepte / DIYs ausprobiert? Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen! Gerne mit Bild für meine „Von euch ausprobiert“-Seite. Oder markiert mich bei Instagram, damit ich euch finde!
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Habt ihr noch Ideen oder Wünsche, welche wissenschaftlichen Themen ich noch „verbacken“ soll? Schreibt es mir gerne in die Kommentare, ich freue mich immer über neue Ideen!

Zuerst dachte ich, wir könnten in diesem Artikel direkt noch den großen Blick über die Klassische Mechanik nach Newton werfen, aber da ihr in einem Artikel wahrscheinlich keine 20 Seiten lesen möchtet, halte ich diesen Teil dann doch eher kurz für heute. Habt ihr Interesse an einem eigenen Artikel zu dem Thema? Oder habt ihr viel mehr Lust auf Astrophysik, Schwarze Löcher, Relativitätstheorie und Co? Schreibt es mir in die Kommentare oder stimmt hier einfach kurz ab:

2 Gedanken zu „Apple Pie à la Newton {Rezept}“

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