Allgemein, Rezensionen

Was ich im Mai gelesen habe…

Neuer Monat, neue Rezensionen!

Wie immer zu Beginn des Monats habe ich euch heute einige Buchtipps mitgebracht! Für die kleinen Nachwuchsforscher ist genauso etwas dabei, wie für die großen Leser! Viel Freude beim Lesen!

PenroseRezensionenMai2021
Penrose präsentiert die heutige Bücherauswahl!

CreativityCode

Maschinelles Lernen, Künstliche Intelligenz und Robotik werden immer ausgefeilter und besser, was das für uns als Menschen bedeutet, wird immer wieder diskutiert. In diesem Buch geht es um ein ganz konkretes Thema und die Frage: Kann KI Kreativität nachahmen, kann KI vielleicht sogar tatsächlich selbst kreativ werden und was bedeutet das für uns Menschen?
Den Autor, Marcus du Sautoy, kennen vielleicht einige von seinem großartigen Buch „Die Musik der Primzahlen“, er ist Professor für Mathematik in Oxford und hat für dieses Buch ganz konkret zu Kreativität und KI recherchiert. Dabei versucht er, dem Begriff Kreativität erst einmal näher zu kommen. Anschließend wird ausführlich dargestellt, was für Versuche, Fortschritte und Grenzen KI in den Bereichen Kunst, Musik, Literatur und selbstverständlich Mathematik gemacht hat. Das ist sehr spannend und man schwankt als Leser tatsächlich öfter mal zwischen den Gedanken: „Ok, alles spricht dafür, dass KI extrem viel unserer Kreativität umsetzen kann!“ und „In Wahrheit haben wir wohl (noch) nicht wirklich etwas zu befürchten…“. Das Buch bleibt bis zur letzten Seite spannend, was bei über 300 Seiten auch nicht selbstverständlich ist.
Mein Fazit: Ein sehr gut recherchiertes Buch! Es beleuchtet sehr viele verschiedene Aspekte, was Kreativität bedeutet, was KI bereits leisten kann und was nicht und gibt einige interessante eigene Interpretationen. Man merkt du Sautoys Stil immer wieder an, dass er Mathematiker ist, das Buch erfordert aber keinerlei besonderes Wissen oder sogar Interesse an Mathematik.

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Das nächste Buch ist ein sehr umfangreiches, extrem gut recherchiertes und trotzdem sehr spezielles Buch, was sicherlich nicht zu jedem passen wird (aber das gilt letztlich nachtürlich für jedes Buch).
Im Buch „Der Geheimcode der Sterne“ beschreibt Jürgen Teichmann – Professor für Geschichte der Naturwissenschaften an der LMU München – die Geschichte der Spektroskopie und damit auch die Gründung der Astrophysik.
Linienspektren oder auch Spektrallinien dienen Astrophysikern dazu, das Vorkommen konkreter Elemente auf Sternen oder auch in Nebeln zu untersuchen. Jedes Atom oder Molekül bildet ein charakteristisches Muster ab, wodurch man das Vorkommen und ihre Häufigkeit bestimmen kann.
Diese Linien wurden zuerst von Josef Fraunhofer 1814 beobachtet, gedeutet konnten sie aber erst 1859 von Kirchhoff und Bunsen werden. Und genau um diese Zeit, die konkreten Messungen, Experimente, Erklärungsversuche etc. dreht sich das vorliegende Buch. Der Autor schafft es immer wieder, diese konkrete Forschung mit Malerei oder anderer Kunst zu verknüpfen, was ich sehr interessant und gelungen fand. Zahlreiche Abbildungen von Messgeräten, Zeichnungen und ähnlichem sind ebenfalls im Buch enthalten, wodurch die Texte anschaulicher werden. Wer möchte, findet im Anhang umfangreiche Literaturhinweise.
Mein Fazit: Wie schon oben erwähnt, ist das Buch sehr umfangreich und gut recherchiert, der Autor weiß offensichtlich, wovon er schreibt. Trotzdem fühlte ich mich manchmal in dem Buch „verloren“, weil man nicht immer genau weiß, wohin der Text führt. Wenn man das Buch allerdings einfach als historisch-chronologische Schilderung liest, die schließlich zu unserer aktuellen Astrophysik führt (die allerdings nur sehr kurz angekratzt wird), dann ist es ein höchst informatives Werk!

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Und jetzt noch ein heiteres Buch für Zwischendurch und perfekt, um es im Bus, Zug oder einfach nebenher zu lesen. „Unnützes Medizinwissen“ heißt es und genau das enthält es auch!
Das Buch ist ein Sammelsurium von den verschiedensten Fakten, medizinischen Fachausdrücken, die etwas schräg klingen, historischen Anekdoten und ähnlichem. Die Texte sind unterteilt in kleine Abschnitte, die man vollkommen beliebig quer lesen kann.
Mein Fazit: Sehr kurzweilig, sehr witzig und voller „nutzlosem Wissen“!

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Überraschungspost bezüglich Büchern ist erst einmal immer spannend, oft sind die Bücher dann letztlich nichts für mich und ich stelle sie euch hier gar nicht vor, manchmal werde ich aber auch positiv überrascht und solch ein Buch möchte ich euch als nächstes zeigen:
In „Der Himmel“ nimmt uns Rolf Heilmann, studierter Physiker und Professor an der Hochschule für angewandte Wissenschaft München, mit in den Himmel und wer jetzt denkt: „Puh, das klingt esoterisch, nein danke!“, den kann ich verstehen, denn das war auch mein erster Gedanke und der Klappentext hat die Befürchtung eher unterstützt. Ich kann euch aber beruhigen!
Heilmann geht in kurzen Kapiteln auf die verschiedensten Phänomene rund um den Himmel ein, angefangen bei so unmittelbaren Themen wie Wolken und Wind, über etwas entferntere Beobachtungsobjekte, wie die den Mond oder die Sonne, bis hin zu den weit entfernten astronomischen Objekten wie Schwarzen Löchern oder der Suche nach außerirdischem Leben. Wichtige Wissenschaftler für die jeweiligen historischen Abschnitte werden ebenfalls zahlreich erwähnt, sodass man wunderbar im Anschluss weiter recherchieren kann. Alle Kapitel sind sehr verständlich und leicht zu lesen, vermitteln aber gleichzeitig auch gute Ideen von den Inhalten. Je nach Kapitel sind es leicht begreifbare Themen oder auch sehr abstrakte. Einige Grafiken und Bildern unterstreichen den anschaulichen Charakter.
Mein Fazit: Die Kapitelüberschriften sind in den meisten Fällen nicht nach meinem persönlichen Geschmack, alles andere am Buch finde ich gelungen! Die Kapitel sind kurz und können auch unabhängig voneinander gelesen werden. Die Texte sind leicht verständlich und anschaulich. Neues gelernt habe ich nicht wirklich, deswegen würde ich das Buch für interessierte Laien empfehlen mit noch nicht zu viel Vorbildung. Als Einstig in alles, was über uns so vor sich geht, ist es ein schönes Buch.

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Das nächste Buch ist vor allem etwas für kleine Nachwuchswissenschaftler: „Was machen Wissenschaftler?“
Das ist eine Frage, die einem immer wieder gestellt wird, wenn man sich für ein mathematisches oder naturwissenschaftliches Studium entscheidet, insofern könnte man es auch Erwachsenen wunderbar in die Hand drücken. Allerdings ist dieses Buch dann doch eher auf kleinere Kinder ausgerichtet. Im Buch finden wir 7 Doppelseiten auf dickerem Papier mit mehr als 60 großen Klappen. Jede Seite ist überschrieben mit großen Frage-Themen, so etwas wie „Wo?“, „Wer?“ etc. Auf der Seite gibt es dann viele bunte Bilder, kleine Fragen und hinter den Klappen Antworten. Übrigens nicht nur zu der Hauptfrage, was Wissenschaftler eigentlich machen, sondern auch Erklärungen zu ein paar Alltagsphänomenen – wie Regenbögen, schwimmenden Objekten oder kochendem Wasser.
Mein Fazit: Ein hübsches Buch mit schönen Bildern und leicht verständlichen, kindgerechten Fragen und Antworten. Ich würde es für Kinder ab 4 Jahren empfehlen, aber selbst mein Forschermädchen hatte an dem Buch noch jede Menge Spaß! Gerade die Klappen kommen bei Kindern immer wieder extrem gut an.

Nachdem wir also mit obigem Buch gesehen haben, was Wissenschaftler*innen machen, schauen wir uns im nächsten 100 kluge Köpfe der Wissenschaft an!
Die Auswahl kann bei 100 Menschen natürlich nie vollständig sein, dafür ist die Auswahl hier immerhin sehr vielfältig geworden – quer durch die verschiedensten Fachgebiete, Geschlechter, Herkunftsregionen etc. Das gefiel uns schon mal sehr. Ansonsten ist den meisten eine Seite gewidmet, in Ausnahmefällen sogar eine Doppelseite. Die Seiten sind sehr bunt, voller Grafiken, wirken aber trotzdem nicht zu überladen. Kurze Texte erzählen etwas über die Hauptforschung oder -entdeckung der Person. Die Erklärungen zur Forschung ist sehr kurz und gibt wirklich nur einen groben Überblick, was für solch ein Kinderbuch vollkommen in Ordnung ist. Die meisten Fakten sind richtig, ausgerechnet bei Roger Penrose und Stephen Hawking hat sich ein Fehler eingeschlichen – ich jedenfalls wüsste nicht, dass Penrose für die Annahme berühmt wurde, dass sich Schwarze Löcher bilden, wenn ein sterbender Stern kollabiert (das ist zwar an sich grob richtig, geht aber nicht auf Penrose zurück). Jede Menge zu Penroses Forschung Leben findet ihr HIER.

Am Ende des Buches findet man eine Zeitleiste, in der alle vorgestellten Personen eingezeichnet sind, eine Sammlung von Worterklärungen und ein ausführliches Register, um konkrete Menschen oder Fachgebiete schnell finden zu können.
Mein Fazit: Gut gefallen hat uns die Aufmachung und die Vielfalt der Wissenschaftler*innen. Auch die Grafiken sind sehr gelungen. Die Übersicht über die Forschung wirkt sehr anekdotisch, was nett sein kann, wenn man ausführlichere Informationen möchte, sind andere Bücher vielleicht besser geeignet.

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Das letzte Buch für heute richtet sich eher an ältere Kinder / Teenager und ist perfekt für die Klausurvorbereitung ode rum den Unterrichtsstoff noch etwas besser zu verstehen. Es geht um „Was? Wie? Chemie!“.
Besonders gefällt mir an dem Buch, dass es ganz konkrete Fragen stellt und diese dann aus Chemikersicht beantwortet. Also beispielsweise im Kapitel über die Chemie der Erde: Welche Stoffe waren direkt nach dem Urknall im Universum, welche Stoffe findet man in Höhlen etc. ? Aber auch die Grundlagen werden ausführlich behandelt: Atomaufbau, Wie geben Atome Elektronen ab, Reaktionsarten, Was ist eine Säure und vieles mehr. Zum Ende des Buches hin gibt es auch noch Antworten auf die Fragen, wofür wir Chemie eigentlich brauchen, wo wir sie in unserem täglichen Leben benutzen und Meilensteine der Chemiehistorie. Das ganze Buch ist voller Graphiken und kleiner Zeichnungen, die den Text unterstützen und veranschaulichen. Zwischendurch gibt es auch Fotos, die sind aber selten.
Das Buch ist Teil einer Reihe – vor einer Weile hatte ich euch schön den Band über Biologie vorgestellt – und ich kann mir gut vorstellen, dass noch mehr Exemplare zu weiteren Fächern folgen werden.
Mein Fazit: Ein guter Überblick über die Chemie, die man so in der Schulzeit behandelt (wahrscheinlich nicht so sehr in der Oberstufe). Die Bilder lockern den Text sehr schön auf, helfen aber auch beim Verständnis. Insgesamt sehr gelungen!

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Das Buch „Der Creativity Code“ von Marcus du Sautoy umfasst 318 Seiten, kostet Euro und erschien im C.H.Beck Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Buch „Der Geheimcode der Sterne“ von Jürgen Teichmann umfasst 350 Seiten, kostet 34 Euro und erschien im Kosmos Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Buch „ Unnützes Medizinwissen“ von Jürgen Brater umfasst 160 Seiten, kostet Euro und erschien im Yes Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Buch „Der Himmel!“ von Rolf Heilmann umfasst 210 Seiten, kostet 18 Euro und erschien im Hirzel Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Buch „Was machen Wissenschaftler?“ von Katie Daynes und Marie-Eve Tremblay umfasst 14 Seiten, kostet 12,95 Euro und erschien im Usborne Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Buch „100 kluge Köpfe der Wissenschaft“ von Abigail Wheatley umfasst 126 Seiten, kostet 12,95 Euro und erschien im Usborne Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Buch „Was? Wie? Chemie!“ umfasst 95 Seiten, kostet 12,95 Euro und erschien im Usborne Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar!

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