Allgemein, Rezensionen

Was ich im Januar und Februar gelesen habe…

Und hier geht es endlich auch mal mit ein paar Rezensionen weiter! Zum Lesen vieler Büchern bin ich dieses Jahr leider noch nicht gekommen, aber immerhin ein paar kann ich euch heute vorstellen!

Den Anfang macht Ulrich Walter mit seinem Buch „Höllenritt durch Raum und Zeit“. In diesem Buch nimmt uns der Astronaut und Professor mit ins All und erzählt allen, wie sich eigentlich so ein Raketenstart anfühlt, wenn man selbst drin sitzt, was passieren würde, wenn ein Mensch ohne Schutzanzug im Weltall umher flöge und einiges mehr. Noch spannender (weil noch nicht ganz so häufig gelesen) fand ich allerdings die Kapitel über mögliche Raketenantriebe, ja, auch über den Warp-Antrieb schreibt er ausführlich, über Zeitreisen und ähnliches. Im zweiten Teil des Buches geht es dann ganz konkret darum, was wir aus den Shulle und Challender – Katastrophen lernen können und was damals eigentlich schief ging. Auch an Kritik wird hier nicht gespart… Es geht um ExoMars, um Weltraummüll, um Elon Musks Pläne für den Weltraum, um den Weltraumlift, um Weltraumbestattungen und insgesamt über Pläne der Raumfahrt in den nächsten Jahren. Das ist alles sehr spannend zu lesen, vor allem, weil man das Gefühl hat, hier schreibt jemand, der zum einen Ahnung hat, worüber er schreibt, es aber auch erzählen kann und will!
Jeder Frage oder jedem Thema wurde ein Kapitel gewidmet, in dem dann konkret darauf eingegangen wird. All diese Fragen findet man vorne schon im Inhaltsverzeichnis und da die meisten Fragen / Kapitel nicht aufeinander aufbauen, kann man beliebig hin- und herspringen. Das ist ebenfalls sehr angenehm, man verliert nicht den Faden – selbst wenn man immer nur relativ kurze Zeiten zum Lesen hat.
Nach dem Titel des Buches und besonders seinem Untertitel hatte ich gar nicht so viel über Raumfahrt allgemein erwartet, sondern einen größeren Schwerpunkt auf das Leben auf der Mir oder ISS beispielsweise. Für mich war die Überraschung sehr positiv, dass die Themen noch deutlich darüber hinaus gingen.
Mein Fazit: Ein Buch hatte ich von Ulrich Walter noch nicht gelesen, ich kannte ihn nur von Interviews und dabei war er mir sympathisch. Nun kann ich sagen: Er schreibt, wie er auch erzählt: Mitreißend, kurzweilig, aber dabei sehr informationsreich.

Und wir bleiben einfach gleich beim gleichen Autor und lassen uns von Ulrich Walter das Weltall erklären. Im Buch „Im Schwarzen Loch ist der Teufel los“ geht es nicht so sehr um Raumfahrt, sondern mehr um das All an sich. Es beginnt direkt am Anfang: Beim Urknall und beantwortet hier auf seine Art Fragen dazu. Im nächsten Abschnitt bekommen wir eine grobe Übersicht über die Allgemeine und Spezielle Relativitätstheorie von Einstein, um schließlich viele, kleinere Themen rund um das Weltall an sich zu beleuchten. Hier geht es beispielsweise um Dunkle Energie, Dunkle Materie, Gravitation, die Frage, woher das Wasser stammt und einiges mehr. In dieser grob ersten Hälfte des Buches hätte ich mir an ein paar Stellen mathematische Gleichungen gewünscht, die beschriebenes auf den Punkt bringen. Die Sprache ist sehr anschaulich, gleichzeitig täuscht das auch manchmal über die Informationsflut hinweg – wenn es beispielsweise um Dunkle Materie geht und verschiedenste Kandidaten aus dem Teilchenzoo, die sicherlich nicht allen Lesern bekannt sind. Man kann diese Buchhälfte also entweder grob lesen und eine anschauliche Idee bekommen oder man geht ins Detail und merkt erst, wie viel „versteckte“ Informationen im Text steckt. Im nächsten großen Abschnitt geht es dann um das Leben auf der Erde, aber auch vor allem darum, ob wir jemals Außerirdische treffen werden, wie diese Begegnung aussehen könnte etc.. Der letzte große Abschnitt war wohl mein Favorit: Hier geht es anfangs kurz um die Mondlandung, dann aber vor allem um die Pläne, den Mars zu besiedeln, warum wir uns den 2. August 2048 merken sollten und abschließend gibt es noch eine Filmkritik zu „Der Marsianer“. Gerade in diesen letzten Kapiteln merkt man, die Leidenschaft, die Walter für das Weltall und die Raumfahrt mitbringt.
Auch dieses Buch ist in viele kleine Kapitel unterteilt, die einem die Übersicht erleichtern und dafür sorgen, dass man immer genau weiß, worum es gerade geht. Ich finde das sehr angenehm zum Lesen und man kann auch immer mal wieder hin- und herspringen – wobei die Kapitel hier thematisch schon mehr aufeinander aufbauen, als im ersten Buch.
Mein Fazit: Gerade der hintere Teil des Buches ist sehr kurzweilig und es macht Spaß, ihn zu lesen. Beim ersten Teil hätte ich persönlich mir an ein paar Stellen ein paar Gleichungen gewünscht, die einfach Aussagen klarer auf den Punkt bringen. Trotzdem ist das Buch insgesamt sehr empfehlenswert, ich habe es gern gelesen und der Autor hat einen sehr angenehmen und motivierenden Schreibstil.

Habt ihr jetzt viel Lust auf den Weltraum, aber möchtet gern auf der Erde bleiben? Auch dafür hätte ich ein Buch für euch! In dem Buch „Atlas astronomischer Traumorte“ nimmt uns Dieter B. Herrmann mit auf eine Reise rund um die Welt zu astronomisch interessanten Reiseorten.
Gesammelt hat der Autor dafür 71 Reiseziele, zusätzlich gibt es noch einmal 13 ausführliche Reisereportagen zu spannenden Themen. Je ein Bild pro Ziel, einige mehr zu den Reportagen gibt es oben drauf. Außerdem gibt es noch kurze Texte, die erzählen, warum man den Ort besuchen sollte. Europa ist deutlich überrepräsentiert, was nicht weiter verwundert. Gut finde ich allerdings, dass der Autor sich bemüht hat, auch Ziele auf allen anderen Kontinenten zu zeigen (abgesehen von der Antarktis). Was es im Buch nicht gibt, sind Öffnungszeiten oder ähnliches. Im Vorwort steht dazu, dass diese Informationen sowieso schnell veralten und man bei Interesse selbst leicht nachschauen kann. Das sehe ich genauso und ich denke, ohne diese zusätzlichen Informationen war deutlich mehr Platz für mehr Ziele, was ich ebenfalls vorziehe.


Dieter B. Herrmann war selbst Direktor der Archenhold-Sternwarte und Gründungsdirektior des Zeiss-Großplanetariums Berlin. Er weiß also, wovon er schreibt und konnte seine Leidenschaft für Astronomie auch auf Reisen ausleben.
Mein Fazit: Das Buch verbindet zwei meiner Leidenschaften: Reisen und Astronomie / Wissenschaft. Das ist perfekt und es hat mich auch nicht enttäuscht. Sicherlich kann nur jedes Ziel sehr kurz beleuchtet werden und die Sammlung würde jeder sicherlich auch etwas anders umsetzen. Das Buch ist toll zum Stöbern, Ideen sammeln und für genauere Informationen zu bestimmten Zielen gibt es ja genug andere Möglichkeiten.

 

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Das Buch „Höllenritt durch Raum und Zeit“ von Ulrich Walter umfasst 222 Seiten, kostet 10 Euro und erschien im Penguin Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Das Buch „Im Schwarzen Loch ist der Teufel los“ von Ulrich Walter umfasst 270 Seiten, kostet 10 Euro und erschien im Penguin Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Das Buch „Atlas astronomischer Traumorte“ von Dieter B. Herrmann umfasst 192 Seiten, kostet 34 Euro und erschien im KOSMOS Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

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