Allgemein, Unterwegs

Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

Bereits am 2. Oktober hat Frank-Walter Steinmeier in Schloss Bellevue unter dem Motto „Mut zur Zukunft: Grenzen überwinden“ einige Menschen mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Und auch wenn dies schon wieder ein paar Tage her ist, möchte ich euch ein paar Ordensträger kurz vorstellen. Denn unter den insgesamt 25 Ausgezeichneten finden sich auch sechs Wissenschaftler!

Antje Boetius, Bremen
Antje Boetius erforscht das Gebiet, das unserem blauen Planeten seinen Namen gibt und in seinen Tiefen noch so unbekannt ist – die Ozeane. Dabei hat die Meeresbiologin insbesondere die extremen Lebensräume zu ihrem Forschungsschwerpunkt gemacht. Sie leitet das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven und ist eine international renommierte Wissenschaftlerin. Ihre Stimme hat große Glaubwürdigkeit und sie wird gehört. Antje Boetius bringt sich nicht nur in viele hochrangige Gremien ein, sondern macht die neuesten Erkenntnisse der Ozeanologie auch einem breiten Publikum zugänglich. Fortschreitende Umweltzerstörung und Klimakrise zeigen, wie wichtig ihr Engagement für unsere Zukunft ist: Vom Schutz der Ozeane hängt die Zukunft unseres Planeten ganz besonders ab.
~~~ Eine Auszeichnung ging in den hohen Norden und damit direkt in meine Nachbarschaft. Ein Interview mit buten un binnen anläßlich der Auszeichnung findet ihr hier: KLICK!

Prof. Dr. Antje Boetius nach Verleihung des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am Tag der Deutschen Einheit 2019. Auf dem Bild (vl.): Prof. Dr. Nicole Dubilier, Prof. Emmanuelle Charpentier und Prof. Dr. Antje Boetius. (Foto: S. Jescheniak)

Emmanuelle Charpentier, Berlin
Ihre Forschungsergebnisse gelten als revolutionär: die Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier hat die CRISPR/Cas9-Methode entdeckt, die als Genschere rund um die Welt bekannt wurde. Damit kann Erbgut ausgeschnitten, verändert und anschließend wieder eingesetzt werden. Seit 2015 forscht die Französin in Berlin. Als Direktorin am Max-Planck-Institut arbeitet sie an der Fortentwicklung der Genschere, an die sich die große Hoffnung knüpft, dass heute unheilbare Krankheiten in der Zukunft besiegt werden können. Wie unerlässlich es aber auch ist, dass mit dem überaus wirkungsvollen Instrument verantwortlich umgegangen wird, weiß sie selbst am besten. Seit vielen Jahren fordert sie eine weltweite Ethikdebatte, denn: „“Die Gentechnik soll Patienten heilen, aber nicht den Menschen an sich verändern““. Dafür bringt sich Emmanuelle Charpentier auch im Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste ein, in den sie 2017 gewählt wurde.

Foto/ Copyright: Bundesregierung/Gero Breloer

Alexander Gerst, Köln (Nordrhein-Westfalen)
Astronaut, Wissenschaftler, engagierter Weltbürger – jede Zeit braucht Entdecker und Alexander Gerst ist einer von ihnen. Seine wissenschaftliche Exzellenz, Energie und Eloquenz haben ihn nicht nur zu einem der bekanntesten Bürger – und auch Blogger – unseres Landes werden lassen, sondern auch zu einem großen Vorbild. Eindringlich sind seine Appelle zu Umwelt- und Klimaschutz, die uns über unsere eigene Lebensweise nachdenken lassen. Immer wieder betont Alexander Gerst, dass die Raumfahrt auch der Völkerverständigung dient. In der Zeit, in der er Kommandeur der Internationalen Raumstation war, hat er das besonders vorgelebt. Seine Forschungsmissionen Blue Dot 2014 und Horizons 2018 haben Jung wie Alt fasziniert, Forschung und Technologie vorangebracht und den Wissenschaftsstandort Deutschland enorm gestärkt.
~~~ Alexander Gerst ist wohl fraglos einer der prominentesten Wissenschafter, die wir aktuell haben. Wir hatten die Freude, dass wir ihn bereits zwei Mal live erleben durften. Das eine Mal auf dem Internationel Raumfahrtkongress 2018 in Bremen und das zweite Mal bei einem Vortrag in Osterholz-Scharmbeck in diesem Jahr.

Britta Nestler, Karlsruhe (Baden-Württemberg)
Britta Nestler nimmt eine doppelte Vorreiterrolle ein: Die Informatikprofessorin wirkt sowohl an der Hochschule Karlsruhe als auch am Karlsruher Institut für Technologie. Dabei ist sie Brückenbauerin zwischen der Grundlagenforschung und der praktischen Anwendung. Ihre Computermodelle und -simulationen berechnen die Lebensdauer von Materialien, ermöglichen es, Ressourcen effizienter einzusetzen und haben Nachhaltigkeit im Blick, sei es bei Alltagsgegenständen, Industrieproduktionen oder in der Weltraumforschung. Dass aber Expertise nicht vor falschen Angriffen schützt, hat sie bei ihren Forschungsarbeiten auch erfahren. Seitdem bringt Britta Nestler nicht nur die Technik der Zukunft voran, sondern kämpft auch vehement dafür, dass Verleumdung keine Chance bekommt – auch in einem Rechtsstaat ein wichtiges Engagement.

Foto/ Copyright: Bundesregierung/Gero Breloer

Peter Scholze, Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Um mit Peter Scholze zu arbeiten, kommen Mathematikerinnen und Mathematiker aus der ganzen Welt an die Universität Bonn. Dort wurde er 2012 jüngster Professor seines Fachs in Deutschland. Seit 2018 ist er zudem Direktor am Max-Planck-Institut für Mathematik. Peter Scholze gilt als Koryphäe auf dem Gebiet der Arithmetischen Geometrie. Zentrale Fragen, an denen sich Generationen vor ihm vergeblich versucht haben, beleuchtet er ganz neu, und für Probleme, die bisher als unlösbar galten, rückt eine Lösung in greifbare Nähe. 2018 erhielt er die Fields-Medaille, die weltweit höchste Auszeichnung in der Mathematik. Mit seinen außergewöhnlichen Leistungen ist Peter Scholze Ansporn und Vorbild für kommende Generationen seines Fachs, für die er sich immer wieder auch ganz persönlich einsetzt.
~~~ Diese Auszeichnung freut mich als Mathematikerin natürlich ganz besonders und über die Arbeit von Peter Scholze wollte ich an dieser Stelle eh schon länger mal berichten. Wer hat Interesse an einem ausführlichen Artikel über ihn und seine Forschung?

Wolfgang Wahlster, Saarbrücken (Saarland)
Wolfgang Wahlster hat sich mit seiner Forschung einer der zentralen Zukunftsherausforderungen gestellt: der Erforschung der Künstlichen Intelligenz. Dabei hat er die Bundesrepublik zu einem der Spitzenplätze in seiner Wissenschaft gemacht. Der Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes war 1988 Wissenschaftlicher Gründungsdirektor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz. Von 1996 bis Februar 2019 hat er die renommierte Einrichtung – sie ist die weltweit größte Forschungseinrichtung für Künstliche Intelligenz – auch als Direktor und Vorsitzender der Geschäftsführung geleitet. Wolfgang Wahlster hat maßgeblich die Grundlagen von Mensch-Technik-Interaktionen erarbeitet und visionär als Initiator des Projekts „“Industrie 4.0″“ das erforscht, was morgen unser aller Leben mehr denn je bestimmen wird: die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter.

 

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Quellenhinweis:
Die kursiv gedruckten Texte stammen aus der offiziellen Pressemeldung des Bundespräsidialamtes.

Das Bild von Prof. Dr. Nicole Dubilier, Prof. Emmanuelle Charpentier und Prof. Dr. Antje Boetius stammt von der Homepage des MPI Bremen.

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