Allgemein, Rezensionen

Was ich im August gelesen habe…

Und schon wieder ist ein Monat rum und wir haben inzwischen September! Findet ihr das auch erstaunlich oder liegt es an mir?

Der August war für uns extrem voll und spannend, trotzdem habe ich es geschafft, ein paar Bücher zu lesen und einige möchte ich euch heute vorstellen. Viel Spaß damit!

 

Mathieu Vidard empfängt in seiner Radiosendung „La tête au carré“ seit 2006 Wissenschaftler aus den verschiedensten Gebieten und spricht mit ihnen über ihre Forschung. Seit Beginn der Sendung führte er ein Notizbuch, in dem er spannende Fakten notierte und aus genau diesem Notizbuch entstand auch dieses Buch (was bereits 2014 aus französisch erschien). Das Buch zusammenzufassen ist fast nicht möglich, weil es so extrem vielfältig ist! Man könnte vielleicht auch „zu chaotisch“ sagen, aber das klingt zu negativ…

Ein kleiner Ausschnitt aus der „Logien“ – Reihe

Was finden wir im Buch? Insgesamt 226 kleine Texte (selten länger als eine Buchseite), Grafiken, Tabellen und ähnliches. Die Themen sind bunt gemischt. Hier wird zwischen Unendlichkeit, Zellen, einer Übersicht darüber, welche Tiere wie viele Menschen töten, der Klassifikation von Vulkanausbrüchen, dem Gehirn des Menschen, den großen Massenaussterben der Weltgeschichte, Tieren im Weltraum, den höchstgelegenen Städten und vielem, vielem mehr die ganze Zeit hin- und hergesprungen. Es wurde darauf verzichtet, das Buch in verschiedene Kapitel aufzuteilen. Das macht das Buch noch einmal zusätzlich spannend, weil man nie weiß, welches Gebiet als nächstes besucht wird. Gerade dadurch kann man natürlich auch beliebig durch das Buch blättern, mal hier ein paar Seiten lesen, mal dort.
Was das Buch nicht bietet, sind Erklärungen. Es handelt sich hier nicht um ein Erklärbuch, wie beispielsweise „What if?“, sondern es werden lediglich Fakten und wissenschaftliche Beobachtungen vorgestellt. Wer mehr zu einem Phänomen wissen möchte, muss ich die passende Literatur suchen. Mich stört das nicht, aber wie so oft ist das Geschmackssache.
Mein Fazit: Bücher dieser Art finde ich persönlich unheimlich toll und das Stöbern macht mir viel Spaß! Man findet Fakten zu Themen, die man selten in anderen Büchern findet, über die man vielleicht noch nie nachgedacht hat oder man sich eher mühsam zusammensuchen muss. Vieles verblüfft beim Lesen und regt dazu an, sich näher damit zu beschäftigen. Sehr spannend und kurzweilig!

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Mit dem zweiten Buch geht es ebenfalls in die Welt von Erfindungen, Geschichte und spannenden Erzählungen! In dem Buch „30 Geniale Erfindungen“ von James Brown und Richard Platt erfahren kleine Forscher alles Wichtige zu 30 Erfindungen, die die Welt verändert haben!
Angefangen beim Rad, dem Feuer oder dem Geld geht es über die Dampfkraft, den Nagel und das Telefon, bis hin zum Internet und Künstlicher Intelligenz. Ihr seht, das Spektrum ist mal wieder riesig! Da das Buch aber fast DIN A 3 – Größe hat und jeder Erfindung eine Doppelseite gewidmet wurde, geht das Buch deutlich mehr in die Tiefe, als ähnliche Werke. Auf der linken Seite ist immer ein Text, in dem wir etwas über die Geschichte der Erfindung erfahren, über die Menschen, die daran beteiligt waren, wichtige Meilensteine oder ähnliches. Auf der rechten Seite ist eine oder mehrere große Grafiken, die die Erfindung noch einmal verdeutlichen. Beispielsweise wird hier bei der „Luftfahrt“ anschaulich erklärt, wie ein Flugzeug fliegt oder bei der „Kernspaltung“ sehen wir in einen Kernreaktor.
Die Zielgruppe sind Kinder ab 8 Jahre, aber um ehrlich zu sein, blättere ich genauso gern in dem Buch, wie das Forschermädchen. Gerade die Grafiken sind so detailreich, dass man sie sich immer wieder gern anschaut und auch als Erwachsener noch einiges lernen kann.
Mein Fazit: Sehr anschaulich werden hier 30 Erfindungen vorgestellt und eingeordnet, die die Welt verändert haben! Die Texte sind gut verständlich und gerade die Grafiken sind lehrreich und spannend. Toll für Forscherkinder!

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Bleiben wir doch einfach direkt bei wunderschönen Grafiken! In dem Buch „Wie laut war eigentlich der Urknall?“ wird der Frage nachgegangen, wie sich Menschen in verschiedenen Kulturkreisen und quer durch die Weltgeschichte unser Universum vorgestellt haben, beziehungsweise es noch tun.
Das Buch besticht zum einen durch die tolle Übersicht über die verschiedensten Weltsichten, allein dafür lohnt sihc schon das Buch, denn ähnliches habe ich noch nicht gesehen. Gleichzeitig ist das Buch auch noch wunderschön gestaltet! Auf so gut wieder jeder Seite gibt es große Klappen, die beispielsweise einen Donut, eine Uhr, einen Ball oder ähnliches zeigen – je nachdem, wie es zu der Universumsvorstellung passt. Hinter der Klappe verstecken sich dann Sternendarstellungen und viele Informationen zu der Darstellung!. Diese Klappen kommen bei allen Kindern wunderbar an und so blättert auch das Forschermädchen immer wieder in dem Buch, wir lesen mal hier, mal dort etwas vor und es gibt auf jeder Seite viel zu entdecken.

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Das Buch richtet sich an Kinder, aber auch hier gilt: Auch für Erwachsene ist es toll! Man nimmt es immer wieder gern zur Hand, stöbert darin und erfährt auf jeder Seite vieles!
Mein Fazit: Ein tolles Buch, bei dem ich sehr froh bin, dass es hier eingezogen ist! Die Übersicht über die verschiedensten Theorien über das Universum sind sehr spannend und sicherlich keine leichte Kost. Durch die Darstellung und die Klappen werden die Theorien aber so aufgeschlüsselt und in kleine Stücke verpackt, dass man eine gute Idee für sie bekommt.

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Manche Bücher hinterlassen mich ein wenig ratlos und dieses gehört leider dazu… Ranga Yogeshwar ist mir selbstverständlich schon lange ein Begriff, ähnliche wie bei Harald Lesch habe ich mich aber noch nie genauer mit ihm, seinen Sendungen oder Büchern auseinander gesetzt. Sein neustes Werk „Nächste Ausfahrt Zukunft“ war also das erste, was ich von ihm gelesen habe.
Der Untertitel des Buches lautet: „Geschichten aus einer Welt im Wandel“ und das fasst das Buch perfekt zusammen. Wir finden im Buch viele verschiedene Geschichten und Erzählungen zu den verschiedensten Themen der Zukunft. Einiges hat er selbst erlebt, anderes berichtet er von anderen. Immer wieder betont er, dass wir in einer Übergangsphase stecken und auch selbst aktiv die Weichen stellen können und sollten, wie unsere Zukunft aussehen soll. Das ist sicherlich nicht falsch und so möchte Yogeshwar uns mit seinem Buch Einblicke in die verschiedensten Bereiche geben, die sich im Moment stark verändern. Es geht um Atomkraft, CRISPR, Privatsphäre in unserer digitalen Welt, aber auch von unserem Kulturverlust, wenn alle Bücher verschwinden. Die Themen sind also sehr vielfältig und zu jedem gibt es einzelne (Unter-)Kapitel.
Mein Fazit: Das Buch ist an sich gut geschrieben, der Schreibstil ist leicht verständlich, hat für mich aber immer wieder Längen. Vor allem fehlt mir aber ein roter Faden! Alles, was der Autor berichtet und worüber er schreibt, passt zu dem Zukunftsthema, seine Beobachtungen wirken plausibel und auch interessant, wenn er beispielsweise über seine Besuche in Fukushima schreibt. Trotzdem wirkte das Buch für mich nicht ganz rund, es fehlte die Antwort auf die Frage: „Was möchte mir der Autor eigentlich sagen?“

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Und noch ein tolles Kinderbuch oder in diesem Falle vielmehr „Set“ habe ich für euch! Das Buch kam am Morgen der Einschulung an und am liebsten hätte das Forschermädchen direkt losgebastelt!
Das Set besteht aus einem „Sachbuch“ mit vielen Informationen, noch mehr tollen Bildern und Graphiken und dazu kommen noch 10 Modelle plus eine große Rakete zum Basteln. Dabei dreht sich alles um das Thema Weltraum: Galaxien, Sternbilder, Modelle der Planeten, ein Space Shuttle, … als das kann man basteln. In einer großen Schublade sind Bastelbögen verstaut, die vorgestanzte Teile enthält, die man an sich nur zusammenstecken muss (wir haben zur SIcherung auch etwas Kleber mitverbaut, aber absolut notwendig ist das wohl nicht). Die Anweisungen werden von Bildern begleitet, zu Anfang sieht man eine Übersicht, welche Teile man braucht. Hier ist dann auch der einzige kleine Manko zu finden, denn bei den Bastelanleitungen hatte ich das Gefühl, dass sie öfter nicht so ganz vollständig sind. Bei dem Sternenbeobachter beispielsweise sieht es auf dem Bild im Buch so aus, als wären Löcher in den Sternen – was für uns auch viel sinnvoller war – im Buch sind hier keine Löcher und es gibt auch keinen Hinweis, dass man sie hineinpicksen sollte. Wir haben das dann einfach mal so gemacht. Mit ein bisschen Kreativität ist das kein Problem und die wichtigen Teile sind alle lückenlos vorhanden.


Das Buch erfüllt prinzipiell drei Aufgaben auf einmal: Es gibt Hintergrundwissen zu den verschiedensten Themen, dann findet man darin einige kleine Experimente, die man allesamt super zu Hause mit wenigen Utensilien umsetzen kann und dazu findet man im Buch noch die passenden Bastelanleitungen.
Mein Fazit: Das Buch ist sehr schön gestaltet, gerade die Graphiken sind gleichzeitig kindgerecht, übersichtlich und lehrreich. Besonders überzeugt das Set aber durch die Verbindung zum Basteln und auch den Experimenten! Alles haben wir noch nicht zusammengebaut, aber das kommt mit Sicherheit noch!

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Als Abschluss für diesen Monat habe ich noch eine spannende Biographie für euch. „Der Physiker“ von Ernst Peter Fischer ist ein unheimlich umfangreiches Buch – auch, was seine Seitenanzahl angeht, aber noch viel mehr vom Thema her. Erwartet hatte ich „nur“ eine Biographie über Max Planck. Bekommen im Buch habe ich aber viel mehr, nämlich einen Rundumblick über die gesamte Entwicklung in der Physik zu Plancks Zeit. Besonders im ersten Teil des Buches umreißt Fischer die Umwälzungen sehr genau und schreibt hier über Wissenschaftsgeschickte anschaulich und offentlich sehr kenntnisreich. Das ist ohne Frage spannend und hat mir an sich gefallen. Allerdings hätte ich gern noch mehr über Planck selbst erfahren. Oft werden einzelne Aussagen über Planck in diesem ersten Teil als Ausgangspunkt genommen, um dann weg von ihm über viele andere Themen zu schreiben. Im zweiten Teil wird noch immer viel über allgemeine Entwicklungen und über die Kriegsauswirkungen geschrieben, trotzdem steht Plancks Leben mehr im Fokus.
Mein Fazit: Wer sich für die Physik Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts interessiert, der sollte keinen Bogen um dieses Buch machen. Der Autor weiß, worüber er schreibt, nähert sich durch viele Quellen und lässt seine persönlichen Interpreationen immer mal wieder einfliessen. Den ersten Teil hätte ich mir etwas Planck-fokussierter gewünscht, der zweite hat mich absolut überzeugt.
Übrigens bloggt der Autor auch hier.

 

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Das Buch „Science to go“ von Mathieu Vidard umfasst 320 Seiten, kostet 17 Euro und erschien bei dtv. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Das Buch „30 geniale Erfindungen“ von James Brown und Richard Platt umfasst 62 Seiten, kostet 22 Euro und erschien im Gerstenberg Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Das Buch „Wie laut war eigentlich der Urknall?“ von Guillaume Duprat umfasst knapp 50 Seiten, kostet 20 Euro und erschien im Knesebeck Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Das Buch „Nächste Ausfahrt Zukunft“ von Ranga Yogeshwar umfasst knapp 430 Seiten, kostet 12 Euro und erschien im KiWi Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Das Buch „Weltraum – Das XXL-Entdecker-Set“ umfasst 64 Seiten und 11 Modelle zum Selberbauen, kostet 24,99 Euro und erschien im EMF Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Das Buch „Der Physiker“ von Ernst Peter Fischer umfasst rund 350 Seiten, kostet 14,95 Euro und erschien bei Pantheon. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

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