Rezensionen

Was ich im Mai gelesen habe…

Und schon wieder ist ein Monat um und auch im Mai habe ich einiges lesen können, mein Stapel an Büchern ist inzwischen recht klein geworden – aber keine Sorge, ich werde bestimmt noch Nachschub finden!

 

Wir starten direkt mit einem besonders dicken Buch: „Hawkings neues Universum“ von Rüdiger Vaas. Der Untertitel verrät. worum es vor allem geht: „Wie es zum Urknall kam“.
Das Buch startet mit einer Art Mini-Biographie zu Stephen Hawking, das ist interessant und übersichtlich. Ein paar persönliche Anekdoten wären toll gewesen, steht auf dem Klappentext doch, dass der Autor Hawking öfter getroffen habe.
Das Buch fasst extrem viel Forschungsthemen und -thesen zusammen. Es geht um die verschiedenen Theorien zur Entstehung des Universums, die Arbeit von Hawking und Penrose wird ausführlicher beschrieben, als das oft in ähnlichen Büchern der Fall ist (was mir sehr gefiel). Immer wieder werden kleine Interviewschnipsel in den Text eingebaut und selbst, wenn man sich schon intensiver mit der Thematik befasst hat, liest man hier einige neue Namen, andere Ansätze und ähnliches. Das ist alles sehr spannend und durch die einzelnen Abschnitte, die meist nur wenige Seiten umfassen, hat man an sich immer eine gute Ahnung, worum es gerade gehen soll. Trotzdem hat mir beim Lesen etwas der rote Faden gefehlt, an dem man sich festhalten kann.
Beim Lesen war ich zuerst etwas verwirrt, weil das Buch zeitlich teilweise springt: In einigen Tabellen zum Beispil wird klar, dass Hawking schon gestorben war, als das Buch veröffentlicht wurde. Ansonsten ist das Buch aber durchgängig so geschrieben, als wenn er noch leben würde. Das liegt daran, dass es sich um eine 2. Ausgabe eines Buches handelt, das ursprünglich bereits 2010 veröffentlicht wurde. Ein kleines, entsprechendes Vorwort dazu wäre vielleicht hilfreich gewesen.
Mein Fazit: Ein sehr umfangreiches Buch, in dem es nicht vor allem um Stephen Hawking und seine Forschung geht, sondern um die gesammte Forschung zum Thema Urknall. Das Thema finde ich sehr spannend, das Buch wirkt extrem gut recherchiert, trotzdem habe ich mich beim Lesen manchmal etwas „verloren“ gefühlt, weil der Weg nicht ganz klar zu erkennen war.

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Mathematik anschaulich und einfach zu präsentieren, sodass alle Spaß daran haben, das ist die Idee und der Wunsch von Mickael Launay. Er betreibt den Youtube-Kanal Micmaths und ist promovierter Mathematiker.
In seinem Buch nimmt er uns mit auf einen Streifzug durch die Mathematikgeschichte. Der Streifzug ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen, denn viele der Kapitel werden durch Erlebnisse oder Beobachtungen der Umwelt eingeleitet. Beispielsweise beginnt das Buch mit einem Spaziergang durch den Louvre, dort schauen wir uns Friesen auf alten, mesopotamischen Vasen und Fliesen an. Weiter geht es in das alte Indien – wusstet ihr, dass unsere Zahlen eigentlich zu Unrecht als „arabische Ziffern“ bezeichnet werden und es eigentlich indische sind? – wir besuchen natürlich die Griechen, kehren nach Mesopotamien zurück und lernen dabei immer mehr über die grundlegenden Ideen der Mathematik. Auch bis zu Ada Lovelace und Charles Babbage gelangen wir, wir besuchen einige Mathematiker in Frankreich (Mersenne, de Fermat, Descartes etc.). Trotzdem bleibt sich der Autor treu: Es geht hier nicht um kleine Biographien, auch nicht um einzelne Sätze, sondern um die Basis, auf der alles aufbaut.
Das Buch ist im Plauderstil geschrieben, dem man leicht folgen kann. Etwas konkretere Ideen werden immer mal wieder in Einschüben behandelt, wie beispielsweise die Frage, warum Minus mal Minus gleich Plus ist, wie die archimedische Methode der Annäherung an Pi funktioniert, was es mit den Fliesen der Alhambra zu tun hat und ähnliches.
Mein Fazit: Ein Buch, was wirklich ganz am Ansatz der Mathematik ansetzt und sich nicht direkt verzettelt, weil der Autor schnell in die Gegenwart kommen möchte. Sehr lesenswert, wenn man sich wirklich für die Basis interessiert. Mathematische Vorkenntnisse sind ebenfalls keine von Nöten, bei diesem Buch stimmt es mal.

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Spektrum der Wissenschaft, Sterne und Weltraum und Scientific American kennen vermutlich viele von euch… In dem Buch, was ich euch hier noch vorstellen möchte, wurden einige interessante Artikel aus den Zeitschriften noch einmal als Buch zusammengefasst.
In seinem Vorwort beschreibt Dominik Elsässer, wie die Wissenschaft selbstkorrigiernd agiert und nicht nicht an Meinungen und Ideen um ihrer selbst willen festhält. Das sei gerade eine gewaltige Stärke und keinesfalls ein Makel. Ein guter und wichtiger Gedanke!
Das Buch selbst ist in drei Kapitel unterteilt: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Universums. In jeweils 5 Artikeln pro Kapitel nehmen uns Forscher mit in ihre Welt und beschreiben aktuelle Forschungsergebnisse. Das ist immer spannend, weil es Forschung aus erster Hand ist. Die Artikel sind so verfasst, wie man es aus den Zeitschriften gewohnt ist: Allgemeinverständlich, aber trotzdem mit Anspruch – ein wenig Vorbildung schadet da nicht. Anschauliche Skizzen helfen zusätzlich beim Verständnis.
Mein Fazit: Die Idee gefällt mir sehr gut, denn es ist ja doch oft so, dass man in einer Zeitschrift einen spannenden Artikel liest und ihn am Ende nicht wiederfindet und nicht alle Ausgaben noch einmal durchschauen möchte. Die ausgewählten Artikel sind allesamt sehr gut geschrieben, sehr spannend und vielfältig. Ein spannendes Buch mit tollen Artikeln!

 

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Weiter geht es mit einem Genie-Test! Ist nicht so euer Ding? Meins eigentlich auch nicht, aber bei dem Buch handelt es sich glücklicherweise um weit mehr als irgendeinen komischen Test!
Das Buch ist in 50 Kapitel unterteilt und in jedem wird ein ganz konkretes Thema behandelt – DNA, Kunstgeschichte, Demokratie, Der große Fermatsche Satz, Chaos, Schrödingers Katze, der Urknall oder ähnliches. Jedes Kapitel ist prinzipiell gleich aufgebaut: Es beginnt mit einem passenden Zitat, dann folgen ein paar wenige, einleitende Worte und schließlich 5 Aussagen, an denen man mit einem Richtig / Falsch – Muster testen kann, ob man schon ein wenig Idee von der Thematik hat. Anschließend kommen jeweils 10 Unterabschnitte zu einem Aspekt des Kapitelthemas – bei der Riemannschen Vermutung geht es beispielsweise erst einmal um das Wesen der Primzahlen, um das Sieb des Erastothenes und ähnliches. Abschließend folgen 2-3 prägnante Aussagen „Wie ein Genie redet“, ein kleines Fazit und die Auflösung zu den Quizfragen am Anfang.
Das Buch wirkt gut recherchiert und ist wirklich gut zu lesen, durch die leichte Aufteilung kann man sich sehr gut zurecht finden und auch die Themen in beliebiger Reihenfolge lesen oder einfach kurz nachschlagen. Die Vielfalt der Themen ist groß! Trotzdem kann man bei 50 Themen quer durch Biologie, Kosmologie, Physik, Mathematik, Philosophie, Poltik und Kunst- und Geisteswissenschaften nicht erwarten, dass die Themengebiete auch nur ansatzweise abgedeckt werden. Wir bekommen also nur jeweils einige „Appetithappen“, wer sich für das ein oder andere näher interessiert, greift danach zu anderer Lektüre.
Mein Fazit: Gut recherchiert, sehr vielfältig und dabei trotzdem übersichtlich. Die angeschnittenen Themen sind allesamt sehr spannend und wenn man sich mit dem Buch intensiver beschäftigt, kann man bestimmt auf einigen Partys besser mitreden – was quasi das Konzept des Buches darstellt.

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Wie werde ich eigentlich Astronaut? Was muss ich für Voraussetzungen mitbringen? Wie läuft das Auswahlverfahren und das Training ab? Was hat es mit Kotzbombern auf sich und wie fühlt sich Schwerelosigkeit an? Wie sieht der Alltag auf der ISS aus? All diese Fragen und noch sehr viele mehr beantwortet das Buch „So wirst du Astronaut! Das Handbuch“.
Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit er ESA und enthält ein tolles Vorwort von Alexander Gerst. Es gibt auch Ausgaben in anderen Sprachen und das Vorwort stammt immer von einem passenden, anderen Astronauten, aber das nur am Rande. DIe Zielgruppe des Buches sind in erster Linie weltraumbegeisterte Kinder, allerdings muss ich sagen, dass ich selbst in diesem Buch genauso gern geblättert und gelesen habe, wie das kleine Forschermädchen. Das Buch ist voller witziger Zeichnungen, ein kleiner Astronaut führt mit Fragen durch das Buch und die Texte haben genau die richtige Länge. Die Sprache ist locker, sehr witzig und die Inhalte werden trotzdem auf den Kopf getroffen und einfach und anschaulich erklärt. Eine wirklich tolle Mischung!


Mein Fazit: Im Moment ist dieses Buch eines der meistvorgelesensten bei uns und ich denke, das wird auch noch eine Weile so bleiben. Für alle Kinder super, die sich für den Weltraum begeistern und bereits an ihrer Astronautenkarriere arbeiten.

 

 

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Das Buch „Hawkings neues Universum“ von Rüdiger Vaas umfasst 335 Seiten, kostet 16,99 Euro und erschien im Kosmos Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.
Das Buch „Der grosse Roman der Mathematik“ von Mickael Launay umfasst 256 Seiten, kostet 14,95 Euro und erschien bei C.H.Beck. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Das Buch „Urknall, Sterne, Schwarze Löcher“ herausgegeben von Dominik Elsässer umfasst rund 200 Seiten, kostet 19,99 Euro und erschien im Springer Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Das Buch „Der Genie-Test“ von Giles Sparrow umfasst 270 Seiten, kostet 16,99 Euro und erschien im Droemer Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Das Buch „So wirst du Astronaut! Das Handbuch“ umfasst knapp 130 Seiten, kostet 8,95 Euro und erschien im Usborne Verlag. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

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