Allgemein, Rezensionen

Was ich im März gelesen habe…

Weiter geht es mit dem dritten Teil meines monatlichen Buchrückblicks. Auch im März habe ich wieder gelesen und möchte euch ein paar Bücher gern vorstellen. Da ich die Hälfte des Monats in Schottland war, wird der Rückblick dieses Mal allerdings ein bisschen anders werden. Dazu später mehr!

Das erste Buch, was ich euch mitgebracht habe, ist „Kurze Antworten auf große Fragen“, das letzte Buch von Stephen Hawking. Es erschien erst nach seinem Tod, er hatte in seinem letzten Lebensjahr aber intensiv daran gearbeitet – den letzten Teil des Feinschliffes übernahmen Familienmitglieder und Kollegen. Herausgekommen ist ein extrem spannendes Buch, was Hawkings Sicht auf viele wichtige Dinge darstellt. Der erste Teil des Buches ist sehr physikalisch geprägt, an manchen Stellen ein wenig langatmig zu lesen – ein paar Formeln hätten seine Ausführungen durchaus kürzer und prägnanter dargestellt. Am Ende jedes Kapitels gibt eine Art Mini-Zusammenfassung, was mir extrem gut gefällt. Der zweite Teil des Buches ist nicht so physikalisch, sondern wirklich für jeden komplett verständlich. Hier geht es vor allem um die Fragen, wie wir mit der Erde umgehen, wie und ob wir uns doch einen Planeten B erschließen können, wie wir mit Künstlicher Intelligenz umgehen können und ähnliches. Die Einschätzungen wirken sehr durchdacht, es wird nichts geschönt und so lesen sich einige Passagen wie Wachrüttler, die dringend nötig sind.


Neben dem Haupttext gibt es noch zwei lesenswerte Vorworte, eines von Eddie Redmayne und eines von Kip Thorne, und ein Nachwort von seiner Tochter Lucy Hawking. Drei Menschen, die alle auf ganz unterschiedliche Weisen mit Hawking Kontakt hatten. Alle drei Texte sind interessant, auch emotional (was nicht wundert kurz nach dem Tod) und sie geben dem Buch einen klasse Rahmen.
Mein Fazit: Im Klappentext wird das Buch als „Das Vermächtnis von Stephen Hawking“ vorgestellt und ich finde, das trifft den Nagel auf den Kopf! Die erste Hälfte ist schon spannend, ein wenig physikalisches Hintergundwissen hilft allerdings beim Verständnis. Der zweite Teil ist absolut allgemeinverständlich und seine Aussagen betreffen uns ausnahmslos alle!

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Mehr Leidenschaft für Sachlichkeit!

So kann man das Anliegen von Mai Thi Nguyen-Kim zusammenfassen! Da sie leidenschaftliche Chemikerin ist, ist die Chemie ihr Werkzeug der Wahl und bestimmt quasi ihre Weltsicht. Das klingt jetzt vielleicht schräg, ist es aber gar nicht. Das Spannende ist ja, dass jeder seine eigene Brille hat, bei mir ist es die mathematische und auch physikalische, trotzdem ist mir natürlich bewusst, dass man die Welt genauso gut durch eine biologische, chemische, künstlerische, fotografische, … betrachten kann.
Mai kennen vielleicht schon einige von euch durch die ihre tollen Youtube-Videos. Inzwischen ist sie vielfach für ihre Wissenschaftskommunikation ausgezeichnet worden und untersucht regelmäßig alltägliche Phänomene auf ihren chemischen Kern. In ihrem Buch nimmt sie uns mit durch einen Tag und nimmt Aktionen wie das Zähne putzen, Kaffee trinken, Handy aufladen, Schokolade schmelzen, Einkaufen oder ähnliches als Impulsgeber. So haben wir eine Reihe alltäglicher Phänomene, die allen Lesern bekannt vorkommen sollten, die dann aber durch die Augen einer Chemikerin betrachtet werden. Hübsche Strukturformeln gibt es viele im Buch, wer sich mit ihnen nicht gut auskennt, kann sie aber quasi einfach überlesen.
Mein Fazit: Mai gelingt es, uns alle mit auf eine Reise durch denn Alltag zu nehmen und fast nebenbei den Blick auf all die chemischen Abläufe zu lenken, die uns (teils unbemerkt) über den Weg laufen.

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Wie ich eingangs schon erwähnte, war ich die Hälfte des Monats in Schottland und bin deswegen nicht dazu gekommen, besonders viele Bücher zu lesen. Allerdings habe ich von unserer Reise wieder ein paar neue Bücher mitgebracht und die möchte ich euch ebenfalls kurz zeigen! Ich liebe es, in Buchhandlungen zu stöbern und die Auswahl an (populärwissenschaftlichen) Werken ist in englischsprachigen Ländern deutlich größer als in deutschen! Dazu kommt noch, dass es in Großbritannien keine Buchpreisbindung gibt und so kann man tolle und auch neue Bücher teilweise zu richtigen Schnäppchenpreisen finden!

Ada’s Algorithm: Ada Lovelace ist eine dieser Figuren der Wissenschaftsgeschichte, die teilweise sehr stark unterbewertet wurden, man auf der anderen Seite aber auch nicht immer klar sagen kann, was eigentlich ganz genau ihr Verdienst war. Vor einigen Jahren hatte ich bereits eine andere Biographie über sie gelesen und freute mich sehr, als ich nun diese neue fand. Ein bisschen habe ich schon darin gelesen und mir gefällt der Stil gut, der Autor versucht aus Briefen ein möglichst genaues Bild von Ada und ihrer Zeit und auch Freundschaft zu Charles Babbage nachzuzeichnen und dabei klar zu machen, was die beiden genau entwickelten.

A little history of Science: Dieses Buch wurde mir von Alice empfohlen und so war ich schon vor der Reise neugierig darauf. Nachdem ich mehrfach in dem Buch geblättert hatte, habe ich es dann auch mitgenommen und bin gespannt, einen noch genaueren Blick hinein zu werfen. Im Buch nimmt uns William Bynum mit auf eine Reise durch die Wissenschaftsgeschichte. In 40 Kapiteln werden viele grundsätzliche Ideen, wichtige Zäsuren und auch die entsprechenden Forscher vorgestellt. Alle Kapitel widmen sich einem konkreten Thema, so kann man theoretisch auch zwischen den Kapiteln hin- und herspringen, erst etwas über Newton lesen, dann über die Entstehung des Periodensystems der Elemente, über Dinosaurier und vieles mehr… Ich freue mich schon auf die Lektüre, das Buch scheint perfekt als „Mitnehmbuch“ zu sein, weil die einzelnen Kapitel so kurz sind und man zwischendurch gut darin lesen kann.

Ask an astronaut: Das Buch hatte ich schon länger im Blick, es ist inzwischen auch auf deutsch erschienen. So war ich sehr erfreut, als ich es für 3 Pfund in einem Laden sah, klar, dass ich es direkt mitgenommen habe, oder?
Tim Peake ist ESA-Astronaut, der im Jahr 2006 für 186 Tage im Rahmen des Principia-Mission auf der ISS war. Das Buch ist im Prinzip ein großes, langes Interview mit ihm. Er beantwortet darin eine lange Reihe von Fragen, die alle denkbar unterschiedlich sind: Es geht um das Astronautentraining, wie es ist, Schwerelosigkeit zu erfahren, wie die ISS riecht, wie sich der Körper verändert, was Peake als erstes gegessen hat oder wie sich die erste Dusche anfühlt… Ich habe schon ein paar Seiten darin gelesen und mir gefällt das Buch sehr gut. Durch den Interviewstil ist es extrem vielfältig, auch hier kann man zwischen den verschiedenen Fragen beliebig hin- und herspringen und das lesen, was einen gerade besonders interessiert.

The Astronomy Book: Aus dieser Reihe haben wir hier bereits das „Science Book“, was toll ist! Und auch dieser Band ist super gemacht: Es ist sehr übersichtlich, vor allem durch die Skizzen und Graphiken, Zeitleisten und kleine Kästen, die bestimmte Entdeckungen oder Entwicklungen in einen Kontext stellen. Dadurch kann man einzelne Themen leicht nachschlagen und darüber lesen. Gleichzeitig bekommt man immer auch eine Einordnung, die einem beim Verständnis hilft oder auch neue Anknüpfungspunkte zum weiteren Lesen liefert. Das Buch wird mir bestimmt noch bei einigen Artikel für den Blog helfen!

Look, I’m a scientist: Das Buch ist (offensichtlich) für das kleine Forschermädchen und in Schottland haben wir es mehrfach für Gute-Nacht-Geschichten benutzt. Im Buch findet man viele, kleine Experimente. Sie sind alle leicht zu Hause nachmachbar, was ich toll finde! Dazu kommen noch kleine Kästen mit Ideen, mit welchen Sinnesorganen man das Experiment betrachten kann. Auch ein paar kleine Hinweise, wieso das ein oder andere so funktioniert, gibt es, hier hätte das Buch aber durchaus noch ein paar mehr Informationen bringen können. Trotzdem toll zum Blättern, wir werden bestimmt auch das ein oder andere ausprobieren.

 

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Das Buch „Kurze Antworten auf große Fragen“ von Stephen Hawking umfasst 250 Seiten, kostet 20 Euro und erschien bei Klett Cotta. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Das Buch „Komisch, alles chemisch!“ von Mai Thi Nguyen-Kim umfasst 252 Seiten, kostet 16,99 Euro und erschien bei Droemer. Das Buch könnt ihr beispielsweise direkt beim Verlag, beim örtlichen Buchhändler oder bei Amazon bestellen.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

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