Allgemein, Mathematik, Science Baking

Unendlichkeitskringel {Rezept}

Stell dir vor, du stehst an der Tür deines Zimmers und möchtest zum Fenster gehen. Dann musst du zuerst die Hälfte dieser Strecke zurücklegen, wozu wiederum die Hälfte dieser Strecke (also insgesamt ein Viertel) zurückgelegt werden muss und so weiter. So kann man die Strecke von der Tür zum Fenster leicht in unendlich viele Teilstücke unterteilen, für deren Zurücklegen jedes Mal eine endliche Zeitspanne verbraucht wird. Also brauchst du unendlich lange, um von der Tür zum Fenster zu kommen… Lüften wird da eher schwierig, erklärt aber vielleicht, warum einem frühmorgens der Weg aus dem Bett zur Zimmertür unendlich lang erscheint… Die Tatsache, dass man vom Fenster zur Tür gelangen kann, überprüfen wir alle wohl mehrfach am Tag, aber trotzdem klingt die Argumentation logisch, nicht wahr? Dies ist eines der klassischen Paradoxien von Zenon von Elea und zeigt schon für ein kleines Beispiel, wie verwirrend die Unendlichkeit werden kann.

Wenn man über solche Paradoxien und Unendlichkeit im Allgemeinen nachdenkt, sollte man unbedingt für ausreichend Nahrung sorgen und dafür habe ich euch heute wunderbares, kleines Gebäck mitgebracht.

Das Rezept für diese Kringel war ursprünglich für Flachswickel, ein klassisches Hefegebäck aus Schwaben. Die klassische Form ist anders, aber ich dachte direkt: „Das ist die perfekte Grundlage für Unendlichkeitskringel!“ Und genau so war es auch. Der Teig ist leicht gesüßt, durch den Hagelzucker kommen sie einem aber noch zusätzlich süß vor. Perfekt zum Mitnehmen, für den Nachmittagstee, …

Zutaten (für 24 Stück):
150 g Butter
120 ml Milch
300 g Mehl
1 Pck. Trockenhefe
1 Prise Salz
1 – 2 EL Vanillezucker
1 Ei
Etwas Hagelzucker zum Bestreuen
2 Backbleche, ausgelegt mit Backpapier
Zubereitung:

  • Zuerst gebt ihr die Butter in einen kleinen Topf und lasst sie schmelzen (alternativ: Mikrowelle). Danach nehmt ihr den Topf vom Herd und gebt die Milch dazu. Prüft die Temperatur der Mischung: Sie sollte lauwarm / handwarm sein. Ansonsten erwärmen oder abkühlen lassen.
  • In einer Rührschüssel Mehl, Trockenhefe, Salz und Vanillezucker mischen. Anschließend das Ei und die Milch-Butter-Mischung dazu geben und mit den Knethaken zu einem Teig kneten. Der Teig sollte glatt sein und sich von den Schüsselwänden lösen, ansonsten etwas Mehl oder Milch dazu geben. 5 Minuten kneten.
  • Mit einem Küchenhandtuch abdecken und an einem warmen, nicht zugigen Ort 30 Minuten gehen lassen.
  • Den Teig nach dem Gehen in 24 gleich große Stücke teilen.
  • Heizt den Backofen auf 180 °C vor.
  • Jedes Teigstück zu einem etwa 15 cm langen Strang formen, die Enden verbinden, sodass ein Kreis entsteht und nun alles so übereinander schlagen, dass eine 8 oder ein Unendlichzeichen entsteht. Auf das Blech legen und mit etwas Hagelzucker bestreuen. Den Teig komplett aufbrauchen. Der Teig geht beim Backen etwas auf, also etwas Platz lassen.
  • Im vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene etwa 15 Minuten backen, bis sie ganz leicht braun werden. Abkühlen lassen und genießen. Sie schmecken am besten am Backtag.

Guten Appetit!

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Ihr habt dieses oder eines meiner anderen Rezepte / DIYs ausprobiert? Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen! Gerne mit Bild für meine „Von euch ausprobiert“-Seite. Oder markiert mich bei Instagram, damit ich euch finde!
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Zenon von Elea war ein griechischer Philosoph, der etwa von 490 bis 430 v. Chr. gelebt hat. Er zählt zu den Vorsokratikern und zeichnete sich vor allem durch eine logische und scharfsinnige Argumentationskunst aus. Aristoteles bezeichnete ihn als Erfinder der Kunst der Argumentation und auch Plutarch berichtet über seine besonderen Fähigkeiten dazu. Er ist uns heute in allererster Linie durch seine Paradoxien bekannt – beispielsweise durch oben beschriebenes Teilungsparadoxon und seinen Wettlauf zwischen Achilles und einer Schildkröte.

Warum Hefe den Teig zum Aufgehen bringt? Darüber habe ich schon einmal hier beim Brioche au Chocolat geschrieben. Rezept und Erklärung gibt es mit Klick auf das Bild:

Brioche au chocolat
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2 Gedanken zu „Unendlichkeitskringel {Rezept}“

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