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Was ist… der Nobelpreis? {Teil 2}

Nachdem der erste Teil von „Was ist der Nobelpreis“ anläßlich der Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger so gut bei euch ankam, möchte ich euch heute noch einen zweiten Teil mit spannendem Trivia-Wissen rund um den Nobelpreis präsentieren. Viel Spaß damit!

Wie werde ich Nobelpreisträger?
Oder anders gefragt: Was läuft eigentlich hinter den Kulissen ab, bevor man den Nobelpreis bekommt?
Die folgende Grafik veranschaulicht den Prozess sehr gut und ist ziemlich selbsterklärend… Nur eine kleine Ergänzung habe ich noch: Niemand kann sich selbst nominieren, das hat schon Nobel in seinem letzten Willen festgelegt.

Bildquelle: nobelprize.org

Grundsätzlich gilt: Jeder kann jeden nominieren, dann prüft ein Kommitee die wissenschaftliche Leistung und siebt so schon einmal ordentlich aus. Anfang Oktober wird dann über die Vergabe abgestimmt. Gemäß Nobels letztem Willen wird der Preis an den- oder diejenigen vergeben, dessen / deren wissenschaftlich herausragende Leistung den größten Nutzen für die Menschheit bringt.

Was haben Mahatma Gandhi und Joseph Stalin gemeinsam?
Das dürfte nicht unbedingt viel sein, aber (mindestens) eine Sache haben sie gemeinsam: Beide wurden mehrfach nominiert für den Friedensnobelpreis. Das dürfte bei Stalin mehr überraschen, als bei Gandhi, aber er wurde tatsächlich 1945 und 48 nominiert für seine Bemühungen, den zweiten Weltkrieg zu beenden. Bei Gandhi sieht sie Sache etwas anders aus, bei ihm dürfte mehr die Tatsache verwundern, dass er den Nobelpreis niemals bekommen hat. Er wurde insgesamt 12 Mal zwischen 1937 und 48 nominiert.

Apropos Nominierungen: Wie oft muss man nominiert werden, um einen Nobelpreis zu bekommen?
Das ist extrem unterschiedlich! Beispielsweise bekamen Frederick G. Banting und John Macleod ihren Nobelpreis in Physiologie / Medizin 1923 gleich im ersten Jahr ihrer Nominierung für die Entdeckung des Insulins. Dagegen musste Robert Koch 55 Nominierungen und 4 Jahre auf seinen warten! Er bekam ihn dann 1905 für seine Forschung zur Tuberkulose. Den Rekord hält aber wohl Jane Addams mit 91 Nominierungen zwischen 1916 und 1931, bis sie schließlich den Friedensnobelpreis erhielt – unter anderem für ihre Arbeit in der Bewegung für das Frauenwahlrecht.

Niels Bohr und Albert Einstein – Die Nobelpreisträger in Physik 1921 / bzw. 1922

Wer hat wen nominiert?
Ihr wolltet schon immer wissen, wer Albert Einstein oder Marie Curie für den Nobelpreis nominiert hat? Kein Problem, geht mal auf diese Seite, dort findet ihr es heraus. Der kleine Haken: Alfred Nobel hat verfügt, dass die Informationen über den jeweiligen Preisträger 50 Jahre geheim gehalten werden müssen. Es wird also beispielsweise noch eine Weile dauern, bis wir nachhschauen können, wer die diesjährigen Preisträger nominiert hat.

Wie ist der Männer – Frauen – Anteil bei den Verleihungen?
Es ist (leider) nicht besonders überraschend, dass die überwältigende Mehrheit der Nobelpreisträger männlich ist. Spitzenreiter ist da die Physik, in der erst 2 von insgesamt 207 Nobelpreisen an Frauen gingen. Dicht gefolgt von der Chemie, wo 4 von 178 Preisen an Wissenschaftlerinnen verliehen wurden. Aber auch die Medizin (12 von 214), Literatur (14 von 113) und der Frieden (16 von 131) sind nicht viel ausgewogener. Sowohl in der Physik (1903), als auch in der Chemie (1911) war Marie Curie die erste Preisträgerin.

Marie Curie auf dem offiziellen Nobelpreisfoto von 1903

Wer war der jüngste Preisträger, wer der älteste?
Mit ihren 17 Jahren ist Malala Yousafzai die jüngste Nobelpreisträgerin, sie bekam den Friedensnobelpreis 2014 für ihren Kampf um Kinderrechte. Der zweitjüngste Preisträger ist der Physiker William L. Bragg, der den Preis mit 25 Jahren 1915 erhielt. Auch die folgenden vier jüngsten Preisträger kommen aus der Physik: Werner Heisenberg, Tsung-Dao Lee, Carl David Anderson und Paul Dirac. Alle waren 31 Jahre alt – die Reihenfolge ist nach aufsteigendem Alter sortiert.
Raymond Davis Jr. war mit 89 Jahren der bisher älteste Nobelpreisträger, als er 2002 den Preis in Physik bekam. Die älteste Preisträgerin ist Doris Lessing, sie bekam mit 88 Jahren 2007 den Literaturnobelpreis.
Übrigens ist Theodor Mommsen derjenige Nobelpreisträger, der am frühesten geboren wurde: 1817 nämlich! 1902 bekam er den Nobelpreis für Literatur, ein Jahr vor seinem Tod.

 

Das war es auch schon mit dem zweiten Teil von „Was ist der Nobelpreis?“. Ich hoffe, der hat euch gefallen! Den ersten Teil verlinke ich euch unten noch einmal.
Übrigens sind die Vorlesungen der Preisträger in Stockholm öffentlich. Wer weiß, vielleicht kann ich euch nächstes Jahr direkt aus Stockholm berichten?! Das wäre ein Traum, der wahr würde.

 

Zum ersten Teil von „Was ist der Nobelpreis?“ geht es HIER.

Zur Übersicht über alle Beiträge aus der Nobelpreiswoche geht es HIER.

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2 Gedanken zu „Was ist… der Nobelpreis? {Teil 2}“

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